Im laufenden Gerichtsverfahren gegen den Musikproduzenten Sean „Diddy“ Combs hat der vorsitzende Richter am Donnerstag mit einem Ausschluss des Angeklagten aus dem Gerichtssaal gedroht. Bundesrichter Arun Subramanian warf Combs vor, versucht zu haben, die Geschworenen durch Körpersprache und Mimik zu beeinflussen.
„Ich habe sehr deutlich gemacht, dass es keinerlei Versuche geben darf, die Jury zu beeinflussen – weder durch Gesten noch durch Gesichtsausdrücke“, sagte der Richter laut Gerichtsprotokoll. Anlass war ein Vorfall während der Aussage von Bryana „Bana“ Bongolan, einer Freundin von Combs’ Ex-Partnerin Cassie Ventura Fine. Combs habe die Jury beim Verlassen des Saals „energisch an- und zugenickt“, so Subramanian.
Schwere Vorwürfe gegen Combs – Zeugenaussage beschreibt Missbrauch und Todesdrohungen
Combs, 55, sieht sich massiven strafrechtlichen Vorwürfen gegenüber: sexueller Menschenhandel, Zwang zur Prostitution und organisierte Kriminalität. Er befindet sich auf freiem Fuß und hat auf nicht schuldig plädiert.
Die Aussagen der Zeugin Bryana Bongolan waren erschütternd. Sie schilderte, Combs habe sie einst in einem Wutanfall über das Geländer eines 17-stöckigen Balkons gehalten, sie anschließend auf Möbel geworfen und ihr mit den Worten „Ich bin der Teufel, und ich kann dich töten“ gedroht.
Die Zeugin berichtete von anhaltenden psychischen Folgen, darunter Albträume, Paranoia und Panikattacken. Zum Zeitpunkt des Geschehens habe sie unter Drogeneinfluss gestanden, was sie vor Gericht einräumte.
Verteidigung stellt Aussagen infrage
Die Verteidigung konterte mit Widersprüchen im Zeitverlauf. Fotos der angeblichen Verletzungen, die Bongolan vorlegte, sollen laut Combs’ Anwälten am selben Tag entstanden sein, an dem der Rapper sich auf der Ostküste bei einem Charity-Event aufgehalten habe.
„Ma’am, Sie stimmen zu, dass niemand zur gleichen Zeit an zwei Orten sein kann?“, fragte Anwältin Nicole Westmoreland während des Kreuzverhörs.
Konsequenzen bei erneutem Fehlverhalten
Richter Subramanian machte unmissverständlich klar: Sollte Combs erneut versuchen, die Jury zu beeinflussen, werde er nicht nur den Sachverhalt gegenüber den Geschworenen ansprechen, sondern auch den sofortigen Ausschluss des Angeklagten aus dem Gerichtssaal für die restliche Dauer des Prozesses in Betracht ziehen.
Hintergrund
Der Prozess gegen Sean Combs gehört zu den medial meistbeachteten Prominentenverfahren der letzten Jahre in den USA. Der Ausgang könnte nicht nur strafrechtliche Konsequenzen haben, sondern auch nachhaltige Auswirkungen auf Combs’ Karriere und öffentliches Image.