Eine neue US-amerikanische Studie sorgt für Aufsehen: Menschen, die regelmäßig Cannabis konsumieren – insbesondere in Form von Edibles (essbare THC-haltige Produkte) – weisen ein signifikant erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Cannabis möglicherweise ähnlich gesundheitsschädlich für das Herz sein könnte wie Tabakrauchen.
Hintergrund zur Studie:
Die Untersuchung wurde von Forschenden der University of California, San Francisco (UCSF), durchgeführt und am 28. Mai veröffentlicht. Sie analysierten die Gefäßgesundheit von 55 Personen, die mindestens dreimal pro Woche seit einem Jahr Cannabis konsumierten – ohne Tabak zu rauchen oder regelmäßig Passivrauch ausgesetzt zu sein.
Zentrale Ergebnisse:
Die Gefäßfunktion war bei regelmäßigen Cannabis-Nutzern im Schnitt um etwa 50 % schlechter als bei Nichtkonsumenten.
Besonders alarmierend: Bei Nutzern von Edibles war die Beeinträchtigung sogar stärker als bei Rauchern von Marihuana – über 50 % gegenüber etwa 42 % Reduktion bei Rauchern.
Diese Erkenntnisse widersprechen dem bisherigen Narrativ, dass Edibles gesundheitlich unbedenklicher seien als das Rauchen von Cannabis.
Wissenschaftliche Einordnung:
Matthew Springer, leitender Studienautor, zeigte sich überrascht vom Ergebnis: „Wissenschaftlich ist dieses Ergebnis zu THC wirklich interessant – aber es stellt die bisherige öffentliche Gesundheitsbotschaft auf den Kopf.“
Kontext und weiterführende Forschung:
Die aktuelle Studie reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Untersuchungen, die gesundheitliche Risiken von regelmäßigem Cannabiskonsum dokumentieren. Frühere Studien, unter anderem von Stanford, haben bereits einen Zusammenhang zwischen täglichem Konsum und erhöhtem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall festgestellt – allerdings ohne Unterscheidung der Konsumformen.
Fazit:
Die Wissenschaft ist sich noch nicht einig über die genaue Kausalität, aber die Hinweise verdichten sich: Cannabis – ob geraucht oder gegessen – ist möglicherweise nicht so harmlos, wie viele denken. Weitere groß angelegte Studien sind notwendig, um die langfristigen Auswirkungen zu verstehen und differenzierte Empfehlungen für die öffentliche Gesundheit zu entwickeln.