Was für viele Künstler:innen ein Traum bleibt, ist für Taylor Swift nun Realität: Sie besitzt nun die vollständigen Rechte an ihrem musikalischen Gesamtwerk – inklusive Songs, Musikvideos, Fotos, Konzerten, unveröffentlichtem Material und mehr.
In einem emotionalen, handschriftlich verfassten Brief, den Swift am 30. Mai auf ihrer Website veröffentlichte, schrieb sie:
„Zu sagen, das sei mein größter Traum, wäre sogar noch untertrieben.“
Der Hintergrund: Ein jahrelanger Machtkampf
Der Ursprung des Streits liegt im Jahr 2019, als Musikmanager Scooter Braun das Label Big Machine Records kaufte – und damit auch die Masterrechte an Swifts ersten sechs Alben. Swift erklärte damals, sie habe versucht, die Rechte selbst zurückzukaufen, doch man habe ihr ein „undurchsichtiges und einseitiges“ Vertragsangebot gemacht.
Daraufhin begann Swift ab 2020, ihre Alben neu aufzunehmen und veröffentlichte unter dem Titel „Taylor’s Version“ bereits neue Versionen von Fearless, Red, Speak Now und 1989. Diese Neuaufnahmen ermöglichen ihr nun die vollständige Kontrolle über Lizenzen, Streaming-Einnahmen und die Verwendung ihrer Songs.
Kauf über Shamrock Capital: Eigentum ohne Kompromisse
Den entscheidenden Schritt konnte Swift durch die Zusammenarbeit mit Shamrock Capital machen – einem Investmentfonds, der 2020 die Rechte an ihren alten Masters von Brauns Firma Ithaca Holdings übernahm. In ihrer aktuellen Erklärung betonte sie:
„Alles, was ich je wollte, war die Möglichkeit, hart genug zu arbeiten, um eines Tages meine Musik vollständig, ohne Bedingungen, ohne Partnerschaften, mit absoluter Autonomie kaufen zu können.“
Was sagt Scooter Braun?
Braun, der sich 2024 aus dem Musikmanagement zurückgezogen hat, äußerte sich in einem kurzen Statement gegenüber USA TODAY:
„Ich freue mich für sie.“
Doch die Vergangenheit ist geprägt von Spannungen: Swift beschuldigte Braun in der Vergangenheit des „manipulativen Mobbings“ und bezeichnete den Verkauf ihrer Musik als „schlimmsten Fall“. Ihre offene Kritik an der Musikindustrie wurde für viele junge Künstler:innen zum Vorbild.
Ein neues Kapitel für Künstlerrechte
Mit ihrem Erfolg hebt Swift hervor, wie wichtig es ist, dass junge Musiker:innen von Beginn an auf faire Vertragsbedingungen achten.
„Ich bin stolz auf alle neuen Künstler, die inzwischen verhandeln, um die Rechte an ihrer eigenen Musik zu behalten“, schreibt sie.
Zum Abschluss ihres Briefes schrieb sie:
„Die besten Dinge, die je mir gehört haben … gehören jetzt wirklich mir.“
Fazit: Mehr als nur Pop – ein Signal für die ganze Branche
Taylor Swifts Kampf um ihre Musik ist mehr als ein persönlicher Triumph – er ist ein Wendepunkt im Dialog über Künstlerrechte, Vertragsgerechtigkeit und kreative Unabhängigkeit. Während ihre Fans bereits auf „TS12“ – ihr potenzielles nächstes Album – spekulieren, bleibt eines klar:
Taylor Swift hat sich nicht nur ihre Songs zurückgeholt, sondern auch ihre Stimme als eine der mächtigsten Künstlerinnen unserer Zeit gestärkt.