Glänzende Aussichten hatte man sich da wohl erhofft. Sonnenenergie, Klimarettung, Innovation „Made in Germany“ – und jetzt? Dunkle Wolken über Meyer Burger. Gleich drei deutsche Tochterfirmen des Schweizer Solarherstellers sind nicht mehr ganz so strahlend unterwegs: Sie haben Insolvenz angemeldet.
Aber wer braucht schon saubere Energie oder sichere Arbeitsplätze in Ostdeutschland?
Sonnenaufgang war gestern – jetzt herrscht Insolvenz-Stimmung
In Thalheim (Bitterfeld-Wolfen) und Hohenstein-Ernstthal werkelten noch bis vor Kurzem über 600 Beschäftigte fleißig an der solarbetriebenen Zukunft. Jetzt heißt es: Licht aus, Insolvenzverwalter rein. Der Plan? Irgendwas mit Sanierung. Irgendjemand möge bitte eine Lösung finden. Vielleicht der liebe Gott – powered by Photovoltaik?
Das Unternehmen aus der Schweiz ließ wissen, dass man es mit der Rettung schon versucht habe. Also so… ein bisschen zumindest. Jetzt soll ein Insolvenzverwalter übernehmen. Viel Glück, lieber Verwalter. Du wirst es brauchen.
USA? Auch Schluss. Goodbye, Goodyear.
Ach ja – und während in Deutschland noch verhandelt wird, ist man in den USA schon fertig: 282 Mitarbeiter am Standort Goodyear, Arizona wurden kurzerhand alle rausgeworfen. Produktion gestoppt, Licht aus, Vorhang zu.
Grund? Geld alle.
Wie überraschend! In einem Land, wo man bei Sonnenlicht eigentlich mit Solarzellen Gold drucken könnte, scheiterte Meyer Burger an einer Kleinigkeit namens Kapitalbeschaffung.
Die Sonne lacht – aber China billiger
Natürlich darf das böse C-Wort nicht fehlen: China. Die Konkurrenz sei dort „billiger“ – man kennt das Argument seit Jahren. Trotzdem dachte man offenbar, man könne mit ein bisschen Hoffnung und ein paar Solarzellen gegen den globalen Preisdruck anstrahlen. Hat nicht ganz geklappt.
Wir meinen:
Sonne im Herzen, Insolvenz in der Bilanz. Wer Solarzukunft will, braucht mehr als PR und Förderanträge. Vielleicht beim nächsten Mal mit Solarkalkül statt Sonnenromantik?