Für viele Mütter ist der eigene Sohn ein Heiliger – für Antonia Salzano trifft das bald im wörtlichen Sinne zu. Ihr Sohn, Carlo Acutis, soll noch in diesem Jahr vom verstorbenen Papst Leo XIV. heiliggesprochen werden. Damit würde der 2006 verstorbene Teenager der erste Heilige der Millennial-Generation werden – und eine Figur der Hoffnung für die katholische Kirche in einem Zeitalter schwindenden Glaubens unter jungen Menschen.
Salzano, ursprünglich nicht religiös, fand erst durch ihren Sohn zur Spiritualität. Bei einem Vortrag am 29. Mai an der University of Mount Saint Vincent im New Yorker Stadtteil Bronx sprach sie über Carlos Leben, seine Frömmigkeit – und seine außergewöhnliche Wirkung.
„Gott liebt euch unendlich – ihr könnt das Licht der Welt sein“, rief sie den zahlreichen Anwesenden zu.
Ein kurzer, aber inspirierender Weg zur Heiligkeit
Carlo Acutis wurde 1991 in London geboren und wuchs in Italien auf. Schon im Alter von fünf Jahren begann er, täglich den Rosenkranz zu beten. Mit sieben empfing er die Erstkommunion. Er war technikaffin, entwickelte eine Website über eucharistische Wunder, stand für Schwächere ein und führte ein bewusst schlichtes Leben: nur eine Stunde Videospiele pro Woche, regelmäßige Beichte, tägliche Messe.
Mit nur 15 Jahren starb er an Leukämie. Seitdem wurden ihm mehrere Wunder zugeschrieben, darunter die Heilung eines brasilianischen Jungen mit Pankreas-Fehlbildung (2013) und die Genesung einer Costa Ricanerin nach schwerer Hirnblutung (2022). Diese bestätigten Wunder führten 2020 zur Seligsprechung durch Papst Franziskus. Die Kanonisierung wurde nach dessen Tod im April 2025 verschoben, soll aber noch im Laufe des Jahres nachgeholt werden.
Ein Heiliger, der zur Generation passt
Antonia Salzano besucht derzeit Schulen und Kirchen in den USA, um Jugendlichen von Carlo zu erzählen. Für viele wirkt sein Lebensweg nahbar. Er liebte Computer, war aber diszipliniert im Umgang damit. Er stellte sich mutig gegen Mobbing und lebte den christlichen Glauben in alltäglichen Gesten.
„Wir sehen uns in den alten Heiligen oft nicht wieder. Aber in Carlo können sich junge Menschen erkennen“, erklärte Susan Burns, Präsidentin der Universität und Psychologin.
Zum Ende ihres Auftritts übergab Salzano der Universität eine Reliquie – eine Haarsträhne ihres Sohnes – und verteilte Gebetskarten mit seinem Bild. Viele Besucher waren gerührt; eine Frau brach in Tränen aus, weil ihre Tochter mit einer Hirnerkrankung kämpft. Sie empfand Carlos Geschichte als göttliches Zeichen der Hoffnung.
Fazit:
Carlo Acutis zeigt, dass Heiligkeit auch heute möglich ist – mitten im digitalen Zeitalter, mit Computern, Alltagsfragen und echten Herausforderungen. Seine Geschichte ist nicht nur ein spirituelles Vorbild, sondern ein Weckruf: Auch Millennials können Heilige sein