Nach einem kühlen, regenreichen Mai treiben viele Almbauern in Salzburg an diesem Wochenende ihr Vieh früher als gewohnt auf die Alm. Grund dafür ist nicht nur das aktuelle Wetter, sondern vor allem die Auswirkungen des Klimawandels, wie Klaus Vitzthum, Obmann der Pinzgauer Bezirksbauernkammer, erklärt.
„Wir müssen die Tiere rechtzeitig hinaufbringen, sonst explodiert uns oben die Vegetation“, warnt Vitzthum. Kommen die Tiere zu spät auf die Alm, könnten sie das rasch wachsende Futterangebot nicht mehr ausreichend abgrasen. Die Folge: Das Gras werde alt und ungenießbar, Sträucher und Büsche breiten sich aus – die Alm beginnt zu verwalden.
Biodiversität sichern durch frühes Handeln
Ein früher Almauftrieb sei deshalb entscheidend, um die Almen offen und artenreich zu halten. Die Tiere tragen durch das Beweiden nicht nur zur Erhaltung der Kulturlandschaft bei, sondern sichern auch die Biodiversität auf den Almflächen, betont Vitzthum.
Er selbst hat seine Tiere bereits aufgetrieben. Viele andere Almbauern würden an diesem Wochenende folgen, erwartet er. „Wegen des kühlen Mais sind wir heuer vielerorts etwa eine Woche später dran“, so Vitzthum. In höheren Lagen sei das Gras langsamer gewachsen – dennoch müsse man das optimale Zeitfenster nutzen.
1.700 Almen im Bundesland Salzburg
Im gesamten Bundesland Salzburg gibt es rund 1.700 bewirtschaftete Almen. Vitzthum rechnet trotz der Herausforderungen durch Wetter und Klima mit einem guten Almsommer – vorausgesetzt, die Landwirte reagieren flexibel auf die neuen Bedingungen.