Ein gewaltiger Gletscher- und Felssturz hat das Schweizer Bergdorf Blatten im Kanton Wallis unter Geröll- und Eismassen begraben. Wie die Einsatzkräfte mitteilten, wurde der Gletscher durch einen vorangegangenen Bergsturz gelöst und donnerte in einer Lawine aus Fels, Eis und Staub ins Tal.
Das Unglück ereignete sich oberhalb der Ortschaft, die glücklicherweise kurz zuvor evakuiert worden war. Dennoch wird aktuell eine Person vermisst. Über weitere Opfer lagen zunächst keine Informationen vor.
Gewaltige Naturgewalt – Dorf im Ausnahmezustand
Der Schweizer Rundfunk SRF veröffentlichte eindrucksvolle Bilder einer riesigen Staub- und Schuttwolke, die sich den Berghang hinunterwälzte. Die Trümmerlawine verschlang das Tal in wenigen Minuten.
„Das Gelände ist kaum wiederzuerkennen“, so ein Sprecher des Einsatzstabs. „Es liegt eine mächtige Schicht aus Geröll und Eis über Teilen des Dorfes.“
Evakuierung rettet vermutlich viele Leben
Dass das Dorf bereits vorsorglich geräumt worden war, gilt als großes Glück. Seit Tagen war das Gebiet wegen möglicher Instabilitäten beobachtet worden. Geologen hatten auf Risse und Bewegungen am Gletscher hingewiesen, woraufhin eine Evakuierung angeordnet wurde – offenbar rechtzeitig, um Schlimmeres zu verhindern.
Suche unter schwierigen Bedingungen
Aktuell laufen Rettungs- und Suchmaßnahmen, doch die Arbeiten gestalten sich schwierig: Das Gelände ist instabil, der Zugang gefährlich. Einsatzkräfte arbeiten mit Helikoptern, Drohnen und Suchhunden, um mögliche Überlebende zu finden.
Hintergrund: Blatten liegt in einer hochalpinen Region, die in den letzten Jahren durch den Klimawandel verstärkt unter Gletscherschwund und instabilen Hängen leidet. Experten sehen in dem Vorfall ein weiteres dramatisches Warnsignal, dass sich alpine Naturgefahren durch steigende Temperaturen verschärfen.