Nach dem dramatischen Gletscherabbruch im Lötschental spitzt sich die Lage im Schweizer Kanton Wallis weiter zu: Ein durch Fels- und Eismassen künstlich gestauter Fluss droht überzulaufen oder sich plötzlich Bahn zu brechen – mit möglicherweise verheerenden Folgen.
Blatten teilweise überflutet – Untere Talgemeinden in Gefahr
Das kleine Bergdorf Blatten, das bereits zuvor evakuiert worden war, ist in Teilen bereits von Wasser überflutet. Besonders brisant: Die Gesteins- und Eismassen wirken derzeit wie ein provisorischer Staudamm – instabil und unberechenbar. Sollte dieser Damm kollabieren, droht eine Flutwelle, die sich durch das gesamte Tal ergießen könnte.
Laut Behörden würden in diesem Fall auch untere Talgemeinden massiv gefährdet – es laufen bereits Notfallpläne an, um Bewohner zu schützen und tiefer gelegene Ortschaften auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten.
Experten warnen vor unkontrollierter Entladung
Geologen und Hydrologen beobachten die Situation mit Hochdruck. Eine kontrollierte Entlastung sei kaum möglich, da der natürliche Damm aus losem Material bestehe und jederzeit spontan brechen könne. Die Gefahr liege in der plötzlichen Freisetzung riesiger Wassermengen, die sich bislang hinter dem Geröll aufgestaut haben.
Einordnung:
Der Fall zeigt drastisch, wie klimabedingte Prozesse wie das Abschmelzen und Abrutschen von Gletschern in den Alpen zunehmend auch eine akute Gefahr für Siedlungen darstellen. Fels- und Gletscherstürze werden häufiger – und sie können innerhalb weniger Minuten ganze Regionen gefährden.
Behörden rufen zur Vorsicht auf:
Bewohner im betroffenen Tal sollen sich über lokale Warnsysteme auf dem Laufenden halten. Evakuierungen könnten „jederzeit erforderlich“ werden.
Lage bleibt dynamisch.