Nach dem dramatischen Gletscherabbruch im schweizerischen Lötschental spitzt sich die Lage weiter zu. Die Behörden ordneten am Donnerstag die Evakuierung weiterer Wohnhäuser an. Grund sind anhaltende Sicherheitsbedenken: Die Gefahr von Flutwellen und Gerölllawinen sei nach wie vor akut, wie der örtliche Führungsstab mitteilte.
„Wir können die Sicherheit der Bevölkerung derzeit nicht garantieren“, erklärte ein Sprecher vor Ort. Die Evakuierungsmaßnahmen betreffen mehrere Ortsteile rund um das besonders betroffene Dorf Blatten, das bereits am Vortag geräumt worden war – nur Stunden bevor sich gewaltige Eismassen lösten und das Tal mit einer dichten Schuttschicht aus Geröll, Schlamm und Eis bedeckten.
Trotz der frühzeitigen Evakuierung wird eine Person weiterhin vermisst. Die Rettungskräfte durchkämmen das Gebiet unter schwierigen Bedingungen, unterstützt von Hubschraubern und Suchhunden. Die Hoffnung, den Vermissten noch lebend zu finden, schwindet mit jeder Stunde.
Gletscherbewegungen und Klimawandel als Hintergrund
Der Gletscherabbruch gilt als einer der heftigsten der letzten Jahre in der Region. Experten vermuten, dass instabile Schmelzzonen im Eis durch anhaltend hohe Temperaturen den Abbruch begünstigt haben. Solche Ereignisse nehmen laut Geologen in den Alpen deutlich zu – ein weiterer Hinweis auf die Folgen des Klimawandels.
Das Lötschental, bekannt für seine malerischen Gletscherpanoramen, steht nun im Ausnahmezustand. Die betroffenen Gemeinden appellieren an Einwohner und Touristen, das Gebiet zu meiden und den Anweisungen der Behörden strikt Folge zu leisten.