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AOK schlägt Alarm: Deutschland hinkt bei HPV-Impfungen deutlich hinterher

Tumisu (CC0), Pixabay

Die AOK hat einen dringenden Appell an Politik, Eltern und Schulen gerichtet, das Impftempo gegen Humane Papillomviren (HPV) deutlich zu erhöhen. AOK-Vorstandsvorsitzende Carola Reimann warnte am Montag: „Wir sind noch weit davon entfernt, das WHO-Ziel einer 90-Prozent-Impfquote bei 15-jährigen Mädchen bis 2030 zu erreichen.“

HPV: Ein vermeidbarer Krebsrisikofaktor

HP-Viren sind hoch ansteckend und werden meist durch sexuelle Kontakte übertragen. Bestimmte HPV-Typen gelten als Hauptverursacher für Gebärmutterhalskrebs, können aber auch Krebs im Anal-, Mund- und Rachenbereich sowie Genitalwarzen auslösen – sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Dabei steht längst ein hochwirksamer Impfstoff zur Verfügung, der bei frühzeitiger Gabe vor einer Infektion und damit auch vor Krebs schützen kann. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung in Deutschland für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren – unabhängig vom Geschlecht. Versäumte Impfungen können bis zum 17. Geburtstag nachgeholt werden.

Impfquote stagniert – trotz gesetzlicher Empfehlung

Laut aktuellen AOK-Auswertungen ist die Impfquote bei 15-jährigen Mädchen in Deutschland viel zu niedrig – und bei Jungen noch schlechter. In manchen Bundesländern liegt die Quote teils unter 50 Prozent, obwohl die Kosten der Impfung von den Krankenkassen vollständig übernommen werden.

Reimann betonte:
„Die Impfung ist ein effektiver Schutz gegen Krebs. Dass sie nicht stärker genutzt wird, ist aus medizinischer und gesundheitspolitischer Sicht nicht nachvollziehbar.“

Forderung nach mehr Aufklärung und niedrigschwelligen Angeboten

Die AOK fordert deshalb mehr gezielte Aufklärungskampagnen – insbesondere an Schulen und in Kinderarztpraxen. Auch ein bundesweites Schulimpfprogramm nach dem Vorbild anderer Länder wird diskutiert. In Australien etwa liegt die HPV-Impfquote bei Jugendlichen bei über 80 Prozent – mit messbarem Rückgang von Gebärmutterhalskrebserkrankungen.

Auch Eltern müssten besser informiert werden, so Reimann: „Viele wissen schlicht nicht, dass die Impfung auch für Jungen empfohlen wird oder wie unkompliziert der Zugang ist.“

Fazit: HPV-Impfung ist Krebsprävention

Der Appell der AOK ist ein Weckruf – denn jede nicht durchgeführte Impfung ist eine verpasste Chance, Krebs zu verhindern. Die HPV-Impfung gilt als eine der größten Errungenschaften der modernen Krebsprävention – sie zu nutzen, ist nicht nur sinnvoll, sondern aus Sicht vieler Fachleute geboten.

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