Kampala, Drama-Deluxe –
Die ugandische Armee hat genug. Von Kooperation, von Deutschland – und offenbar auch von diplomatischer Höflichkeit. Mit einem dramatischen Post auf X (früher Twitter, heute politisches Kasperletheater) verkündet Armeesprecher Chris Magezi:
Alle militärischen Kooperationen mit Deutschland? Sofort gestoppt.
Grund? Geheimdienstberichte. Und die klingen wie aus einem schlecht getimten Netflix-Thriller: Der deutsche Botschafter, Matthias Schauer, soll – Achtung – an umstürzlerischen Aktivitäten beteiligt sein.
Genauer gesagt: Er hat sich angeblich mit „pseudo-politisch-militärischen Kräften“ eingelassen.
Was das konkret bedeutet? Vermutlich: Er hat einmal mit Oppositionellen Kaffee getrunken. Oder – ganz mutig – nicht applaudiert, als Muhoozi, der Präsidentensohn und Möchtegern-Generalfeldmarschall, wieder seinen inneren Twitter-Krieger rausließ.
Die Reaktion aus Berlin?
Schweigen. Diplomatisch korrekt, aber auf Twitter leider kein Trending Topic.
Europäische Botschaften im Fadenkreuz
Deutschland ist übrigens nicht allein. Schon letzte Woche beschuldigte das ugandische Militär mehrere europäische Botschaften, sogenannte „verräterische Gruppen“ zu unterstützen. Also übersetzt: Leute, die die Idee haben, dass man vielleicht auch mal ohne einen Präsidenten regieren könnte, der seit 40 Jahren an der Macht ist.
Präsident Yoweri Museveni, auch bekannt als der Mann, der Wahlen als Sportdisziplin zur Machterhaltung versteht, will 2026 wieder kandidieren. Zum wievielten Mal? Niemand zählt mehr.
Und während die Opposition eingeschüchtert, entführt oder gleich in Kellern gefoltert wird (Muhoozi hat das sogar selbst auf X verkündet – charmant, oder?), wird in Kampala das nächste Feindbild gesucht.
Der neue Lieblingsgegner: Deutschland
Deutschland war bisher ein stiller Partner – Entwicklungshilfe, Militärkooperation, ein paar technische Trainings. Aber offensichtlich hat sich die deutsche Effizienz nun ins Falsche verirrt:
Nicht in den Maschinenraum, sondern in die Verschwörung.
Wenigstens laut ugandischem Geheimdienst – also dem, der Oppositionspolitiker eher in Arrest als in Untersuchung bringt.
Was folgt, ist klassisches autoritäres Schauspiel:
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Ein ausländischer Botschafter wird zum Sündenbock erklärt
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Alle diplomatischen Regeln über Bord geworfen
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Die Bevölkerung mit Nationalpathos gegen die „westliche Einmischung“ mobilisiert
Und alles zu einem perfekten Zeitpunkt: vor den Wahlen, wenn man ein bisschen vom eigenen Machtmissbrauch ablenken muss.
Fazit?
Der deutsche Botschafter in Uganda muss sich nun fragen, ob er als Verfassungsfeind im Safarihemd in die Geschichte eingeht. Oder ob das Ganze nicht einfach ein weiteres Kapitel im großen Spiel der „Alle gegen den Westen“-Rhetorik ist – gespielt von einem Regime, das seine Opposition lieber fesselt als wählt.
Vielleicht hätte Deutschland einfach ein paar Panzer geliefert statt Diplomatie.
Dann wäre man heute Freund, nicht Verschwörer.