Heute nimmt ein weiteres wichtiges Infrastrukturprojekt zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland seinen offiziellen Betrieb auf: Das zweite LNG-Terminal in Wilhelmshaven wird feierlich eröffnet. Das 277 Meter lange Spezialschiff „Excelsior“, das bereits seit rund einem Monat im Testlauf Gas umwandelt, dient als sogenanntes FSRU (Floating Storage and Regasification Unit). Es kann flüssiges Erdgas (LNG) aufnehmen, wieder in gasförmigen Zustand versetzen und ins deutsche Gasnetz einspeisen.
Mit dem neuen Terminal können bis zu zwei Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr eingespeist werden – eine wichtige Ergänzung zur Versorgungssicherheit, besonders vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der verringerten Gasimporte aus Russland.
Die „Excelsior“ ist bereits das vierte schwimmende LNG-Terminal in Deutschland. Weitere Standorte sind unter anderem Brunsbüttel und Lubmin.
Kritik von Umweltschützern
Während die Politik den Ausbau als strategisch wichtig lobt, stoßen die Projekte auf Widerstand bei Umweltverbänden. Diese halten das Terminal für überdimensioniert und klimapolitisch rückwärtsgewandt. Laut Kritikern werde die tatsächliche Gasnachfrage überschätzt, während Investitionen in nachhaltige Energien ausgebremst würden. Die Deutsche Umwelthilfe bezeichnete das Terminal als „teure Fehlinvestition mit Umweltfolgen“.
Trotz der Einwände setzen Bundesregierung und Betreiber weiterhin auf LNG als Brückentechnologie, um mittelfristig Versorgungssicherheit zu garantieren – insbesondere in Spitzenlastzeiten. Die langfristige Rolle der LNG-Infrastruktur wird allerdings zunehmend diskutiert.