Am 25. Mai 2020 wurde George Floyd durch Polizeigewalt in Minneapolis getötet – ein Moment, der weltweit Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt auslöste. Fünf Jahre später stehen viele der damaligen Errungenschaften und Hoffnungen auf wackeligem Boden.
🕯️ Erinnerung und Schmerz bleiben
Angela Harrelson, Floyds Tante, besucht regelmäßig den Ort, an dem ihr Neffe starb – George Floyd Square. Für sie ist es ein Ort der Erinnerung, aber auch der Heilung. Viele Menschen haben dort Gedenkstücke hinterlassen: Blumen, Bilder, Kunstwerke. Diese „Offerings“ werden inzwischen archiviert und in Museen ausgestellt – als kulturelles Erbe und kollektives Gedächtnis.
„Ich hoffe, ich werde seinem Vermächtnis gerecht“, sagt Harrelson vor dem fünften Jahrestag.
🏙️ Zukunft von George Floyd Square ungewiss
Was mit dem symbolträchtigen Platz im Süden von Minneapolis passieren soll, ist umstritten:
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Die Stadt plant, die Kreuzung wieder für den Verkehr zu öffnen – mit Ausnahme besonderer Gedenkanlässe.
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Der Stadtrat forderte stattdessen einen dauerhaften Fußgängerbereich, um den historischen Ort zu schützen.
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Die Diskussion polarisiert: Während manche Anwohner freie Verkehrswege fordern, sehen andere darin eine „Auslöschung des Gedenkens“.
Ein endgültiger Beschluss wird frühestens 2027 erwartet.
🎨 Kunst als Erinnerung
Aktivistin Leesa Kelly hat über 1.000 Kunstwerke gesammelt, die während der Proteste 2020 entstanden – darunter viele Murals auf Holzplatten von verbarrikadierten Geschäften. Die Sammlung wird inzwischen an Universitäten und Museen gezeigt.
„Diese Kunst erzählt Geschichten. Wer sie bewahrt, bewahrt unsere Geschichte“, sagt der Kulturwissenschaftler Rashad Shabazz.
📉 Rückschritte in der Reformbewegung
Trotz großer Proteste und weltweiter Aufmerksamkeit zeigen sich inzwischen deutliche Rückentwicklungen:
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Viele BLM-Murals und Denkmäler wurden entfernt oder beschädigt.
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Polizeireformen stagnieren, geplante Maßnahmen wie ein bundesweites Polizeigesetz sind gescheitert.
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Das US-Justizministerium hat Untersuchungen gegen mehrere Polizeibehörden eingestellt – auch in Minneapolis.
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Diversity-Programme und Gleichstellungsinitiativen wurden seit 2023 vielerorts gekürzt, besonders nach dem Ende von Affirmative Action durch den Supreme Court.
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Ex-Präsident Trump plant, viele dieser Reformen dauerhaft zu stoppen – und hat laut Medienberichten sogar eine mögliche Begnadigung von Derek Chauvin erwogen, dem wegen Mordes verurteilten Ex-Polizisten.
📊 Wachsende Skepsis in der Bevölkerung
Laut dem Pew Research Center glauben immer weniger US-Amerikaner, dass sich nach Floyds Tod tatsächlich etwas verändert hat:
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2023 glaubten noch 40 % an Fortschritte für Schwarze Amerikaner.
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2025 liegt dieser Wert bei nur noch 27 %.
🎤 Ein Vermächtnis im Wandel
Trotz Rückschlägen halten Familie und Unterstützer an Floyds Vermächtnis fest. Zum Jahrestag findet ein dreitägiges Festival in Minneapolis statt, mit Musik, Gedenkveranstaltungen, Podien und Kerzenlicht-Vigil.
„Der Schmerz ist noch da, das Engagement auch“, sagt Harrelson.
🔍 Fazit
Fünf Jahre nach George Floyds Tod ist sein Name weltweit bekannt – doch die Frage bleibt: Bleibt die Erinnerung lebendig, wenn politische Rückschritte Reformen verdrängen? Zwischen Gedenken und Gegenwind ist das Ringen um Gerechtigkeit in den USA längst nicht vorbei.