US-Präsident Donald Trump hat in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social gefordert, die „Namen und Herkunftsländer aller internationalen Studierenden“ an der Harvard University offenzulegen. Diese Forderung ist Teil einer größeren, zunehmend konfrontativen Haltung seiner Regierung gegenüber Eliteuniversitäten.
„Wir wollen wissen, wer diese ausländischen Studenten sind – eine vernünftige Forderung, schließlich geben wir Harvard Milliarden von Dollar“, schrieb Trump am 25. Mai.
Hintergrund: Harvard vs. Trump-Regierung
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Wenige Tage zuvor hatte ein Bundesrichter eine Maßnahme der Trump-Regierung gestoppt, die Harvard daran hindern sollte, weiter internationale Studierende aufzunehmen.
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Das Ministerium für Innere Sicherheit unter Kristi Noem hatte angekündigt, Harvard aus dem Student and Exchange Visitor Program (SEVP) auszuschließen – eine Grundvoraussetzung, um internationale Studierende aufnehmen zu dürfen.
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Ohne dieses Programm müssten alle betroffenen Studierenden die Universität verlassen oder sich an andere US-Unis transferieren.
Harvard reagierte mit einer Klage gegen die Regierung. Das Vorgehen sei ein „eklatanter Verstoß“ gegen die Meinungsfreiheit (First Amendment) und gegen die verfassungsmäßigen Rechte auf rechtliches Gehör (14. Amendment).
Bundesrichterin Allison Burroughs (von Barack Obama ernannt) entschied am 23. Mai vorläufig zugunsten von Harvard. Sie warnte vor „sofortigem und irreparablen Schaden“ für die Universität.
Trumps Kritik an Harvard und Eliteunis
Trumps Angriffe auf Harvard stehen im Kontext breiterer Kritik an liberal geprägten Eliteuniversitäten, die er beschuldigt, zu wenig gegen Antisemitismus zu tun und linke Diversitätsprogramme zu fördern.
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Er kritisierte auch Harvards Stiftungskapital (Endowment), das bei rund 53 Milliarden Dollar liegt, und behauptete, die Uni solle dieses Geld nutzen und keine weiteren staatlichen Fördermittel beantragen.
„Harvard hat 52.000.000 Dollar – nutzt das und hört auf, den Staat um Geld zu bitten!“, schrieb Trump. (Anmerkung: Die genannte Zahl ist deutlich zu niedrig.) Bedeutung & Ausblick
Die Forderung, persönliche Daten internationaler Studierender offenzulegen, ist in den USA juristisch wie politisch hochumstritten. Kritiker sehen darin einen Eingriff in die Privatsphäre und Bildungsfreiheit sowie ein Symbol für die zunehmend nationalistisch geprägte Hochschulpolitik der zweiten Trump-Administration.
Die Debatte steht exemplarisch für den tiefen kulturpolitischen Graben zwischen Regierung und US-Eliteuniversitäten – und dürfte vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlkämpfe weiter an Schärfe gewinnen.