Nach über zwei Jahrhunderten endet in den USA eine Ära: Das US-Finanzministerium hat bekannt gegeben, dass die Produktion der Ein-Cent-Münze – im Volksmund „Penny“ genannt – eingestellt wird. Die letzte Bestellung für Rohlinge wurde im Mai 2025 aufgegeben. Ab Anfang 2026 werden somit keine neuen Pennys mehr geprägt.
Herstellungskosten übersteigen Nennwert deutlich
Hauptgrund für die Abschaffung sind die gestiegenen Produktionskosten: Während ein Penny ursprünglich 1,3 Cent in der Herstellung kostete, liegt der Preis mittlerweile bei 3,69 Cent pro Stück – fast das Vierfache des Nennwerts. Durch die Abschaffung rechnet das Finanzministerium mit einer jährlichen Einsparung von rund 56 Millionen Dollar (ca. 49,5 Millionen Euro).
Die Entscheidung findet parteienübergreifend Zustimmung – sowohl Demokraten als auch Republikaner unterstützen das Ende der traditionsreichen Münze. Bereits im Februar hatte der damalige Präsident Donald Trump den Finanzminister beauftragt, die Produktion zu beenden.
Rundungsregel bei Bargeldzahlungen
Mit dem Wegfall der Ein-Cent-Münze wird künftig bei Barzahlungen auf volle fünf Cent gerundet – entweder auf- oder abwärts. Die dafür zuständige Münze, der sogenannte „Nickel“, hat einen Wert von fünf Cent und bleibt im Umlauf. Für elektronische Zahlungen ändert sich hingegen nichts – dort sind weiterhin Cent-genaue Beträge möglich.
114 Milliarden Pennys im Umlauf – Abschied mit Geschichte
Trotz der Produktionspause wird der Penny nicht sofort verschwinden: Etwa 114 Milliarden Ein-Cent-Münzen befinden sich laut Finanzministerium noch im Umlauf. Die Prägung der Münze begann 1793, seit 1909 ziert sie das Porträt von Präsident Abraham Lincoln.
Der Penny ist damit nicht nur ein Zahlungsmittel, sondern auch ein kulturelles Symbol – oft mit dem Sprichwort „A penny saved is a penny earned“ verbunden. Seine Abschaffung markiert dennoch einen wirtschaftlich wie symbolisch bedeutenden Schritt, den viele Amerikaner mit gemischten Gefühlen sehen dürften.