Während die Konjunktur in Deutschland lahmt, bleibt der Fachkräftemangel im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) auf hohem Niveau bestehen. 163.600 offene Stellen in diesen Berufsfeldern konnten zuletzt nicht besetzt werden – das zeigt der aktuelle MINT-Report des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Technische Berufe besonders betroffen
Die größten Engpässe bestehen laut Bericht in zentralen technischen Sektoren:
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Energie- und Elektroberufe: rund 57.800 unbesetzte Stellen
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Maschinen- und Fahrzeugtechnik: ca. 32.400 Vakanzen
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Bauberufe: rund 26.100 offene Positionen
Auch in der Informatik, einem Schlüsselbereich der digitalen Transformation, bleibt die Nachfrage nach qualifiziertem Personal hoch.
Fachkräftemangel trotz wirtschaftlicher Schwäche
Dass der Bedarf selbst in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nicht abnimmt, sei ein Alarmsignal, so die Studienautoren. Die fehlenden Fachkräfte verzögern Innovation, belasten die Infrastruktur und bremsen auch den Klimaschutz – etwa beim Ausbau erneuerbarer Energien oder der Digitalisierung der Verwaltung.
Demografie als Mangelverstärker
Besonders brisant: Der demografische Wandel verschärft den Mangel zusätzlich. Immer mehr erfahrene Fachkräfte gehen in Rente, während gleichzeitig zu wenig Nachwuchs in den Arbeitsmarkt nachrückt. Ausbildungszahlen stagnieren, viele junge Menschen entscheiden sich gegen eine Laufbahn im MINT-Bereich – oft wegen fehlender Förderung oder mangelnder Sichtbarkeit technischer Berufe in Schule und Gesellschaft.
Lösungsansätze gefragt
Der Report fordert eine breite Bildungsoffensive – von besserem MINT-Unterricht an Schulen über gezielte Förderprogramme für Mädchen und junge Frauen bis hin zu attraktiveren Karrierewegen im Handwerk und Ingenieurwesen. Auch die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland müsse erleichtert werden.
Fazit:
Der MINT-Report zeigt: Deutschlands Innovationsfähigkeit steht auf dem Spiel. Ohne ausreichend Fachkräfte in Technik und Naturwissenschaften gerät der Wandel in Energie, Industrie und Digitalisierung ins Stocken. Die Zeit drängt – denn der Fachkräftemangel ist längst kein Zukunftsproblem mehr, sondern ein akutes Hemmnis für wirtschaftlichen Fortschritt und nachhaltige Modernisierung.