„Ferienwohnungen ohne Lizenz? So was gibt’s bei uns nicht mehr!“, verkündet Spanien – und greift rigoros durch.
Kampf gegen den Übertourismus: Airbnb wird dezimiert
Spanien, das Land der Sonne, der Strände und – laut neuer Gesetzgebung – der lizenzierten Ferienwohnungen. Ab sofort müssen sich Touristinnen und Touristen darauf einstellen, dass die Unterkunftssuche zur Schnitzeljagd wird. Denn Airbnb und Co. wurden quasi über Nacht zu Immobilien-Anarchisten erklärt.
Um die explodierenden Immobilienpreise in den Griff zu bekommen, hat die Regierung beschlossen, die Zahl der Kurzzeitvermietungen mit einem Schlag zu halbieren – oder besser gesagt: zu 65.000-teln. „Wir haben uns entschieden, dass wir einfach weniger Airbnbs haben wollen“, erklärte Verbraucherschutzminister Pablo Bustinduy. „Am besten gar keine mehr.“
Die Lizenz-Lotterie: Gewinnchance 1:1.000
Nun müssen sich die Vermieterinnen und Vermieter erst einmal lizenzieren lassen – eine bürokratische Odyssee, die selbst den erfahrensten Papierkram-Abenteurer in die Knie zwingt. Dabei werden unter anderem folgende Daten verlangt:
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Haarfarbe des Erstvermieters
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Lieblingsessen des Hauskaters
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Bevorzugte Toilettenpapiermarke der Gäste
Erst nach erfolgreicher Prüfung – die etwa so lange dauert wie eine spanische Siesta (also ein paar Jahre) – darf das Inserat online bleiben.
Airbnb selbst hat sich noch nicht geäußert – vermutlich, weil die gesamte Pressestelle noch damit beschäftigt ist, die Lizenznummern von 65.000 gestrichenen Angeboten aus den Datenbanken zu löschen.
Die neue Touristenfalle: Behörden-Memory
Im digitalen Zeitalter überrascht die Regierung mit einer innovativen Idee: einem nationalen Lizenzarchiv, das die neuen Genehmigungen speichern soll. Leider hat man die technischen Details etwas unterschätzt: Das System kann Lizenzen zwar speichern, aber nicht wiederfinden. „Wieso auch?“, fragt sich die Behörde. „Wenn wir die Daten erst einmal haben, brauchen wir sie ja nicht noch einmal.“
Revolution auf den Balearen: Airbnb-freie Zone
In den Touristenhochburgen – sprich: überall in Spanien – wird die Maßnahme gefeiert. Auf den Balearen wurden bereits Festumzüge organisiert: Ein Symbolstier, frisch mit dem Schriftzug „Rich Foreign Property Buyers – Go To Hell“ besprüht, führte die Parade an.
Ein findiger Unternehmer auf Mallorca nutzt die Gunst der Stunde und bietet jetzt legale „Camping-Ferienwohnungen“ an: Ein Zeltplatz im Wohnzimmer mit 10 Quadratmetern Luftlinie zum nächsten Badesee (aus der Vogelperspektive). „Keine Lizenz erforderlich“, versichert er stolz.
Touristensaison: Jetzt erst recht!
Die Realität sieht jedoch so aus: Die Regierung kämpft gegen Windmühlen – oder besser gesagt gegen einen Sturm aus Touristen. Denn trotz aller Maßnahmen strömen weiterhin Millionen Menschen ins Land. Im ersten Quartal des Jahres waren es 17,1 Millionen internationale Gäste. Inzwischen erwägt man, die Sagrada Família kurzerhand in ein Hostel umzubauen, um die Nachfrage zu decken.
Premierminister Pedro Sanchez zeigt sich derweil unbeeindruckt: „Was fehlt, ist Wohnraum.“ Doch Kritiker werfen ihm vor, dass die fehlende Bautätigkeit eher schuld an der Krise sei als die Kurzzeitvermietung. Das Feindbild Airbnb bleibt dennoch bestehen.
Fazit: Spanien auf Lizenz-Entzug
Am Ende bleibt die Frage: Wie viele Airbnbs braucht ein Urlauber? Spanien hat die Antwort gefunden: Null! Stattdessen setzt man auf innovative Konzepte wie „Bettensteuer pro Quadratmeter“ und „Bürgerpflichten als Gastgeber“. Für Touristinnen und Touristen bedeutet das: Urlaub in Spanien bleibt Abenteuer – nur eben anders als geplant.