Aktenzeichen: 36s IN 3318/24
In Berlin ist ein weiteres Kapitel der Startup-Landschaft zu Ende geschrieben worden. Mit Beschluss vom 15. Mai 2025 hat das Amtsgericht Charlottenburg den Antrag eines Gläubigers auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der SourceRT UG (haftungsbeschränkt) mangels Masse abgewiesen.
Die Gesellschaft, vormals ansässig in der Linkstraße 2, Level 8, 10785 Berlin, war spezialisiert auf die Beratung junger Unternehmen in den Bereichen Service und Support, IT, Kommunikation und Softwareentwicklung. Eingetragen unter der Handelsregisternummer HRB 234019 beim Amtsgericht Charlottenburg, wurde sie vertreten durch ihren Geschäftsführer Xander Trip Addison.
Der Gläubigerantrag vom Jahr 2024 stellte einen letzten Versuch dar, offene Forderungen über ein geordnetes Insolvenzverfahren einzutreiben. Doch die Realität, wie sie das Gericht nun festgestellt hat, fällt ernüchternd aus: Die SourceRT UG verfügt nicht einmal mehr über die minimal erforderlichen Mittel zur Deckung der Verfahrenskosten. Damit ist der Weg für ein reguläres Insolvenzverfahren versperrt.
Die Abweisung mangels Masse ist juristisch eindeutig – und wirtschaftlich oft ein Totenschein. Für die Gläubiger bedeutet das: Kein Insolvenzverwalter, keine Verwertung, keine Quote. Für das Unternehmen heißt es: Auflösung, Löschung aus dem Register, Ende.
Dem Beschluss ist eine ausführliche Rechtsbehelfsbelehrung beigefügt. Innerhalb von zwei Wochen kann sofortige Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt werden – schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle. Auch die elektronische Einreichung ist unter Einhaltung technischer Vorgaben möglich, wie auf den offiziellen Justizportalen beschrieben.
So endet ein ambitionierter Versuch, sich als Beratungsunternehmen in der Startup-Welt zu etablieren – nicht mit einem Knall, sondern im Stillstand. Was bleibt, ist ein formeller Beschluss, der den wirtschaftlichen Tatsachen Rechnung trägt.
Amtsgericht Charlottenburg – Insolvenzgericht, 15. Mai 2025