Die Zahl der Widersprüche und Klagen gegen Rentenbescheide ist in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Wie das Justizministerium mitteilte, gab es im Jahr 2024 rund 6.400 solcher Fälle – ein Anstieg um mehr als 20 Prozent im Vergleich zu 2022, als noch knapp 5.200 Verfahren registriert wurden.
Hauptgrund für die juristischen Auseinandersetzungen sind nach Angaben der Behörden Streitigkeiten um Leistungen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Diese Rentenform greift, wenn Menschen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten können. Betroffene beantragen sie häufig nach langer Krankheit oder bei chronischen Leiden.
Fachleute sehen in dem Anstieg mehrere Ursachen: eine steigende Zahl von Anträgen aufgrund psychischer Erkrankungen, strengere Prüfverfahren sowie zunehmende Unsicherheit über gesetzliche Ansprüche. Auch die demografische Entwicklung spielt eine Rolle – immer mehr Menschen erreichen ein Alter, in dem Erkrankungen die Erwerbsfähigkeit beeinflussen können.
Die Landesregierung sieht sich angesichts der Entwicklung vor Herausforderungen in der Justizverwaltung. Gerichte und Sozialversicherungsträger müssen mit mehr Aufwand rechnen – sowohl in der Bearbeitung von Widersprüchen als auch in der juristischen Aufarbeitung vor den Sozialgerichten.