Auf der Hauptversammlung des Volkswagen-Konzerns wurde es für Konzernchef Oliver Blume ungemütlich. Mehrere Aktionäre forderten den Top-Manager auf, sich zwischen seinen beiden Leitungsfunktionen zu entscheiden: entweder Volkswagen oder Porsche – beides gleichzeitig sei angesichts der aktuellen Herausforderungen in beiden Unternehmen zu viel des Guten.
Vor allem der Vertreter der Fondsgesellschaft Deka brachte es auf den Punkt: In Krisenzeiten brauche es klare Führungsstrukturen, keine Doppelbelastung. Auch andere Aktionärsstimmen schlossen sich dieser Einschätzung an und forderten, Blume müsse sich „auf eine Aufgabe konzentrieren“.
Doch der Konzernchef selbst erteilte der Kritik eine klare Absage. Er sehe in seiner Doppelfunktion als Vorstandsvorsitzender von VW und Porsche keinen Nachteil – im Gegenteil: Gerade jetzt, so Blume, könne eine enge Verzahnung beider Unternehmen strategische Vorteile bringen.
Ob das alle Investoren überzeugt hat, ist fraglich. Die Rufe nach mehr Klarheit an der Spitze dürften nach der Hauptversammlung jedenfalls nicht leiser werden – zumal beide Konzerne derzeit mit schwächelnden Absatzzahlen, technologischem Transformationsdruck und wachsendem internationalen Wettbewerb kämpfen.
Immerhin: Für etwas Aufbruchsstimmung sorgte Blume dann doch noch – mit der Ankündigung eines neuen Plans für das US-Geschäft. Konkrete Details blieb er allerdings schuldig. Die Erwartungen an VW bleiben also hoch – und die Frage, ob ein Mann an der Spitze von zwei Großbaustellen wirklich reicht, bleibt weiter offen.