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Interview mit Rechtsanwältin Kerstin Bontschev: Was bedeutet der Zahlungsverzug der ProReal Deutschland 7 für Anleger?

geralt (CC0), Pixabay

Interviewer: Frau Bontschev, die ProReal Deutschland 7 GmbH hat bekannt gegeben, dass sie seit dem 01.01.2025 mit der Rückzahlung der Vermögensanlage in Verzug ist. Was bedeutet das konkret für die betroffenen Anleger?

Rechtsanwältin Kerstin Bontschev: Für die Anleger bedeutet der Zahlungsverzug zunächst, dass die erwarteten Rückzahlungen vorerst ausbleiben. Das betrifft sowohl die Rückzahlung des investierten Kapitals als auch die Auszahlung der endfälligen variablen Zinsen. Grundsätzlich müssen sich die Anleger darauf einstellen, dass ihr Kapital vorerst gebunden bleibt und die Liquidität eingeschränkt ist.

Interviewer: Welche rechtlichen Schritte können die Anleger in einem solchen Fall unternehmen?

Kerstin Bontschev: Zunächst ist es wichtig, die Situation sachlich zu bewerten. Der Zahlungsverzug allein stellt noch keinen vollständigen Zahlungsausfall dar. Anleger sollten die Mitteilungen der Emittentin aufmerksam verfolgen und prüfen, ob die Gesellschaft Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität ergreift. Bei längerem Verzug könnte eine Anmeldung der Forderung sinnvoll sein, um die eigene Position im Insolvenzfall zu sichern.

Interviewer: Gibt es eine Möglichkeit, den Zahlungsverzug anzufechten oder anderweitig Druck auszuüben?

Kerstin Bontschev: Ein Anfechten des Verzugs ist nicht möglich, da dieser auf eine veränderte Marktlage zurückzuführen ist, die außerhalb des Einflusses der Emittentin liegt. Allerdings können sich Anleger über einen Zusammenschluss, etwa in Form einer Interessengemeinschaft, stärker Gehör verschaffen und gemeinsam Maßnahmen prüfen. Je nach Vertragsgestaltung ist auch die Einschaltung eines Sachwalters denkbar.

Interviewer: Wie sollten Anleger jetzt konkret vorgehen?

Kerstin Bontschev: Ich empfehle, zunächst die Mitteilungen der ProReal Deutschland 7 GmbH abzuwarten und die Entwicklungen am Immobilienmarkt zu beobachten. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob bereits rechtliche Schritte sinnvoll sind. Eine Rechtsberatung kann helfen, individuelle Ansprüche und Handlungsmöglichkeiten abzuklären. Auch ein Gespräch mit dem Steuerberater kann sinnvoll sein, um mögliche steuerliche Konsequenzen des Verzugs zu prüfen.

Interviewer: Ist die Situation aus Ihrer Sicht bereits kritisch oder noch beherrschbar?

Kerstin Bontschev: Die Situation ist zweifellos ernst, aber noch nicht aussichtslos. Solche Zahlungsverzüge sind im Bereich von Immobilienprojektentwicklungen nicht unüblich, vor allem bei einer so volatilen Marktlage. Entscheidend ist jetzt, ob die Emittentin Maßnahmen ergreift, um die Liquidität zu sichern. Anleger sollten besonnen handeln und nicht vorschnell in Panik verfallen.

Interviewer: Vielen Dank für Ihre Einschätzungen, Frau Bontschev.

Kerstin Bontschev: Gern geschehen.

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