Aktuell ist die Auszahlung von Bargeld gegen Pfandbons in Lettland nicht gestattet. Nur einige wenige Geschäfte bieten in Ausnahmefällen die Möglichkeit, Wechselgeld bei der Rückgabe der Flaschen oder Dosen zu erhalten, was jedoch freiwillig und von den Händlern abhängig ist. „Wir haben als Betreiber wiederholt auf die Notwendigkeit einer solchen gesetzlichen Regelung hingewiesen, aber sie existiert derzeit noch nicht“, sagte Miks Stūrītis, der Leiter des Deposit System Operators (DIO).
Dennoch zeichnet sich eine Lösung ab. Miks Stūrītis erklärte, dass eine neue Funktion zur Banküberweisung des Pfandes noch in diesem Jahr eingeführt werden soll. Anfangs soll diese Funktion nur für Nutzer von Smart Devices zur Verfügung stehen. Anstelle eines Gutscheins wird den Nutzern die Möglichkeit geboten, den Pfandbetrag direkt auf ihr Bankkonto zu übertragen.
Die neue Regelung wird voraussichtlich im Frühsommer mit einem einzelnen Händler erprobt. Falls die Testphase erfolgreich verläuft, könnte das System im Herbst dieses Jahres landesweit eingeführt werden.
Das seit 2022 bestehende Pfandsystem in Lettland hat bereits deutliche Erfolge gezeigt. Vor der Einführung des Systems wurden lediglich 46 Prozent der Kunststoffverpackungen recycelt, während die Rücklaufquote inzwischen bei 86,4 Prozent liegt. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 435 Millionen Verpackungseinheiten zurückgegeben und recycelt, was nicht nur den Erfolg des Systems verdeutlicht, sondern auch einen positiven Beitrag zur Umweltbilanz des Landes leistet.