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Protest gegen Porsche-Tunnel: 16.000 Unterschriften in Salzburg gesammelt

Herm (CC0), Pixabay

In Salzburg sorgen die Pläne für den Bau eines privaten Autotunnels durch den Kapuzinerberg für heftige Diskussionen. Aktivisten haben in einer Onlinepetition fast 16.000 Unterschriften gesammelt, um gegen das umstrittene Projekt zu protestieren. Die Initiative wird von der 37-jährigen Salzburgerin Gisela Zeindlinger geleitet, die den Ausdruck der Petition am Donnerstagnachmittag an Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) übergeben möchte.

Zeindlinger hofft, dass der breite Widerstand der Bürger und die gesammelten Unterschriften politischen Druck erzeugen werden. Sie setzt darauf, dass auch die Gemeinderäte gegen das Projekt stimmen, um das Vorhaben zu stoppen. Laut Angaben aus dem Büro der zuständigen Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) steht jedoch noch nicht fest, wann der Planungsausschuss des Salzburger Gemeinderats über die Genehmigung des Projekts entscheiden wird.

Der geplante Tunnel soll von einer privaten Parkgarage in der Glockengasse bis zum Paschinger Schlössl führen – einer Villa, die ehemals dem Schriftsteller Stefan Zweig gehörte und mittlerweile im Besitz von Wolfgang Porsche, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Porsche AG, ist. Der Tunnel würde also für private Zwecke genutzt, was in der Stadt seit Monaten zu politischen Auseinandersetzungen führt.

Ein zentraler Streitpunkt ist die Frage der Dienstbarkeit, die der Stadt Salzburg für die Nutzung des städtischen Grundstücks von Porsche gewährt wurde. Im Zuge dieses Vorhabens erhielt die Stadt bereits eine Zahlung von 40.000 Euro von Porsche. Angesichts von Bedenken über die Angemessenheit dieser Vereinbarung beauftragte Porsche, in Abstimmung mit Bürgermeister Auinger, ein Gutachten. Ein Wiener Sachverständiger kam zu dem Schluss, dass eine einmalige Zahlung von 35.304 Euro für die Nutzung von 10.361 Quadratmetern städtischen Grundes angemessen sei.

Doch die Kritiker des Projekts bleiben nicht still: Aktivisten haben vor Ostern zu einem dreitägigen Protest aufgerufen. Bei der Aktion wurden nicht nur Flyer verteilt und eine Diskussionsrunde veranstaltet, sondern auch große Transparente mit der Aufschrift „Stoppt den Porsche-Privat-Tunnel“ an markanten Stellen, wie der alten Wehrmauer am Kapuzinerberg, sowie ein Banner an der Baustelle über der Porsche-Villa, aufgehängt.

Das geplante Bauvorhaben ist nach wie vor stark umstritten. Während Befürworter den Tunnel als notwendig für die Verkehrsentlastung der Region und als Vorteil für die Porsche-Familie sehen, fürchten viele Anwohner und Aktivisten, dass das Projekt zu einer Zerstörung des historischen Stadtbildes führen könnte. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich des politischen Einflusses und der potenziellen Ungleichbehandlung zwischen Großunternehmen und der lokalen Bevölkerung.

Die Entwicklungen rund um den Porsche-Tunnel werfen nicht nur Fragen zu den städtischen Genehmigungsverfahren auf, sondern auch zur Transparenz von Entscheidungen und zu den finanziellen Interessen privater Unternehmen in einer UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt wie Salzburg. Wie sich der Widerstand der Bürger und der Druck auf die Stadtpolitik entwickeln werden, bleibt abzuwarten.

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