Mit einem massiven Aufgebot von rund 400 Einsatzkräften ist die nordrhein-westfälische Polizei in mehreren Städten gegen Strukturen im Clan- und Rockermilieu vorgegangen. Ziel der nächtlichen Großrazzia: die Türsteher- und Sicherheitsbranche, die in Teilen als Einfallstor für organisierte Kriminalität gilt.
Laut NRW-Innenministerium konzentrierten sich die Durchsuchungen auf Bars, Diskotheken und Bordelle in insgesamt sechs Städten – darunter Dortmund, Duisburg, Essen, Köln, Recklinghausen und der Kreis Wesel. Im Fokus standen vor allem Einrichtungen, bei denen Hinweise auf Verbindungen ins kriminelle Milieu vorlagen.
Innenminister Reul: „Wir setzen weitere Nadelstiche“
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte, mit dem koordinierten Vorgehen wolle man bewusst Druck aufbauen: „Diese Razzien sind Teil unserer Strategie, kleine und große kriminelle Fische gleichermaßen ins Netz zu bekommen. Wir setzen gezielte Nadelstiche – und zwar immer wieder.“ Ziel sei es, das Sicherheitsgewerbe von kriminellen Strukturen zu befreien und zu verhindern, dass illegal erwirtschaftetes Geld in legale Wirtschaftszweige fließe.
Kontrollen, Durchsuchungen, erste Feststellungen
Bei der Aktion wurden zahlreiche Personen überprüft, Ausweise kontrolliert, Geschäftsräume durchsucht und mögliche Beweise sichergestellt. Auch Steuer- und Ordnungsbehörden waren beteiligt. Im Fokus standen vor allem Verdachtsmomente auf illegale Beschäftigung, Steuerhinterziehung, Drogenhandel und Verstöße gegen das Waffenrecht.
Erste Ergebnisse der nächtlichen Razzien sollen im Laufe des Wochenendes bekannt gegeben werden. Bereits in der Vergangenheit hatte NRW mit wiederholten Großeinsätzen gegen die kriminelle Unterwanderung der Türsteher-Szene und des Nachtlebens Schlagzeilen gemacht.
Signalwirkung in die Szene
Mit dem massiven Polizeiaufgebot will das Land laut Reul auch eine klare Botschaft senden: „Die Sicherheitsbranche ist kein rechtsfreier Raum. Wer glaubt, im Schutz der Dunkelheit Gesetze beugen zu können, irrt sich gewaltig.“