Die gesundheitlichen Folgen der Corona-Pandemie wirken tief in den Alltag und die Wirtschaft hinein: Laut einem aktuellen Bericht verursachen Long Covid und das damit verbundene Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) jährlich Kosten von rund 63 Milliarden Euro allein in Deutschland.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der ME/CFS Research Foundation, die gemeinsam mit dem Datenanalyse-Unternehmen Risklayer und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und Australien durchgeführt wurde. Die Studie berechnet auf Basis epidemiologischer Daten, wie viele Menschen hierzulande an Long Covid und ME/CFS erkrankt sind – und welche direkten und indirekten Kosten durch Arbeitsausfall, medizinische Versorgung und soziale Leistungen entstehen.
Schwächende Langzeiterkrankung mit gesellschaftlicher Dimension
Ein erheblicher Teil der Betroffenen kann über Monate oder sogar Jahre nicht mehr arbeiten. Besonders dramatisch: Viele Long-Covid-Patienten entwickeln im Verlauf ME/CFS, eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die mit extremer Erschöpfung, Schmerzen und kognitiven Einschränkungen einhergeht – und bislang kaum therapierbar ist.
„Die Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass Long Covid nicht nur ein individuelles Schicksal, sondern längst ein gesamtgesellschaftliches Problem ist“, heißt es von der Stiftung. Noch immer fehle es an struktureller Versorgung, Forschungsgeldern und Anerkennung in medizinischen Leitlinien.
Forderungen nach politischem Handeln
Angesichts der enormen Kosten und der zunehmenden Zahl chronisch erkrankter Menschen fordern Patient*innenverbände und Fachleute ein umfassendes politisches Umdenken: bessere Diagnostik, langfristige finanzielle Absicherung für Betroffene – und deutlich mehr Mittel für die Forschung.
Der Bericht wirft auch einen Blick in die Zukunft: Sollte keine gezielte Gegensteuerung erfolgen, könnten die ökonomischen und sozialen Auswirkungen weiter drastisch zunehmen. Die Autoren appellieren deshalb an Bundesregierung und Krankenkassen, Long Covid und ME/CFS endlich als Priorität im Gesundheitssystem zu behandeln.