Jennie Vercouteren und ihr belgischer Ehemann Ward wollten dem hektischen Alltag in den USA entfliehen und träumten von einem ruhigeren Leben in Europa – genauer gesagt: in Frankreich. 2016 wagten sie den großen Schritt und zogen samt ihrer beiden Hunde mit der Queen Mary 2 über den Atlantik. Ihre Wahl fiel zunächst auf ein kleines Dorf in Südwestfrankreich, später auf den Pyrenäenort Luz-Saint-Sauveur.
Erwartung vs. Realität: Der Kulturschock kam schnell.
Jennie sprach kein Französisch, fühlte sich isoliert und überfordert vom ungewohnten Lebensrhythmus – etwa, dass sonntags alles geschlossen ist. „Ich hatte eine romantisierte Vorstellung von Frankreich, aber der Start war hart“, sagt sie rückblickend. Ward, der Französisch spricht, wurde ihr Dolmetscher – was auf Dauer beide belastete.
Neustart in den Bergen – mit viel Eigenleistung.
Das Paar kaufte eine verlassene Immobilie in Luz und verwandelte sie mit viel Eigenarbeit in drei Ferienapartments. Der Gesamtaufwand: rund 270.000 Euro. Der neue Lebensmittelpunkt wurde schließlich Lourdes, wo sie heute in einer lebendigen Berggemeinde leben.
Fazit: Der Schritt war nicht einfach – aber richtig.
Trotz anfänglicher Einsamkeit und kultureller Hürden schätzen beide heute die langsamere Lebensweise, das gesunde Essen, die bezahlbaren Mieten und das soziale Miteinander in Frankreich. „Wir haben keine Rückkehrpläne“, sagen sie heute überzeugt.