Trotz wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit durch die von Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle hat sich der US-Arbeitsmarkt im April robust gezeigt. Laut aktuellen Zahlen des Arbeitsministeriums wurden im vergangenen Monat 177.000 neue Stellen geschaffen, deutlich mehr als von Analysten erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,2 Prozent.
Die Zahlen überraschen angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten und wachsender Konjunktursorgen, die zuletzt sowohl in Unternehmens- als auch Haushaltsbefragungen deutlich wurden.
Zeichen von Stärke – trotz politischer Risiken
Der anhaltende Jobaufbau in Bereichen wie Gesundheitswesen, Lagerhaltung und Transport deutet darauf hin, dass die US-Wirtschaft nach wie vor solide aufgestellt ist – zumindest kurzfristig. Rückgänge gab es hingegen im Einzelhandel, in der Industrie und bei Bundesbehörden. Letzteres steht im Zusammenhang mit Trumps Ankündigung, staatliche Ausgaben massiv kürzen zu wollen. Die Beschäftigung im kommunalen öffentlichen Dienst stieg dagegen leicht an.
Experten warnen vor trügerischem Bild
Olu Sonola, Leiter der US-Konjunkturanalyse bei Fitch Ratings, bezeichnete die Zahlen zwar als „guten Bericht“, verwies jedoch auf nachträgliche Korrekturen bei den Jobzahlen im Januar und Februar, die niedriger ausfielen als ursprünglich angegeben.
„Die Gesamtbilanz zeigt: Die US-Wirtschaft war bis Anfang April fundamental stark. Doch die Zukunft ist höchst ungewiss.“
Viele Ökonomen warnen, dass die Auswirkungen von Trumps „Liberation Day“-Zöllen – mit denen die durchschnittliche Importsteuer auf den höchsten Stand seit über 100 Jahren gestiegen ist – erst mit Verzögerung spürbar werden.
Fed unter Druck – aber kein Grund zur Panik?
Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Jahresvergleich um 3,8 Prozent, was weiterhin auf einen angespannten Arbeitsmarkt hindeutet. Für die US-Notenbank Fed könnte das ein Grund sein, mit Zinssenkungen zu warten.
Seema Shah, Chefstrategin bei Principal Asset Management, kommentierte:
„Warum sollte die Fed die Zinsen senken, wenn die Arbeitslosigkeit niedrig ist, der Konsum anhält und die Inflation über dem Ziel liegt?“
Sie sieht in der Stärke des Arbeitsmarkts die Chance, dass die USA eine Rezession vermeiden könnten, sofern sich die Handelspolitik stabilisiere.
Fazit: Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich derzeit erstaunlich widerstandsfähig – doch mit Blick auf Trumps Zollpolitik und die globale Konjunkturlage bleibt die wirtschaftliche Großwetterlage fragil.