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„Man fragt sich, ob Herr Dr. Eckert das Verfahren überhaupt noch will“ – Interview mit Anlegeranwalt Jens Reime
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„Man fragt sich, ob Herr Dr. Eckert das Verfahren überhaupt noch will“ – Interview mit Anlegeranwalt Jens Reime

Arya_W_Putra (CC0), Pixabay

Redaktion: Herr Reime, Sie vertreten zahlreiche Anleger im aktuellen Insolvenzverfahren. Sie haben sich zuletzt kritisch zum Verfahrensverlauf geäußert. Was genau ist Ihr Hauptkritikpunkt?

Jens Reime: Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Schon die Tatsache, dass Dr. Eckert das Verfahren überhaupt übertragen bekommen hat, ist aus meiner Sicht rechtlich wie auch sachlich – nennen wir es freundlich – „diskussionswürdig“. Wer meine Berichte kennt, weiß, dass ich das Zustandekommen für mehr als fragwürdig halte.

Redaktion: Inwiefern?

Reime: Es geht nicht nur darum, wer das Verfahren bekommen hat, sondern was bisher daraus gemacht wurde – nämlich erschreckend wenig. Nach über drei Monaten liegt immer noch kein Insolvenzgutachten vor. In der Zeit bauen andere ganze Windparks. Ich frage mich ernsthaft, ob Herr Dr. Eckert überhaupt der Richtige für diese Aufgabe ist.

Redaktion: Woran zweifeln Sie konkret?

Reime: Ich sehe keine erkennbare Bereitschaft, für die geschädigten Anleger das Optimale aus der Masse herauszuholen – falls es überhaupt eine Masse gibt. Angebote und Ideen, die von Anlegerseite eingebracht wurden, wurden systematisch abgebügelt. Das erinnert leider ein wenig an das Motto: „Ich bin Eckert. Ich sage, wo’s langgeht.“ Ein bisschen viel Ego, ein bisschen wenig Ergebnis.

Redaktion: In einer internen Runde fiel sogar der Ausdruck „Trump der Insolvenzverwalter“…

Reime (schmunzelt): Natürlich sarkastisch gemeint. Aber: Wenn man sich nach außen groß inszeniert, gleichzeitig aber grundlegende Pflichten wie die rechtzeitige Vorlage eines Gutachtens vernachlässigt, dann darf man sich nicht wundern, wenn solche Vergleiche auftauchen.

Redaktion: Was erwarten Sie jetzt konkret?

Reime: Dass endlich Transparenz geschaffen wird. Dass Dr. Eckert offenlegt, was tatsächlich an Masse vorhanden ist – oder eben nicht. Und dass er sich auf die anstehende Gläubigerversammlung vorbereitet, denn dort wird man ihm unangenehme Fragen stellen. Und zwar viele.

Redaktion: Trauen Sie ihm das zu?

Reime: Das ist die Frage. Vielleicht ist es auch so, dass Herr Dr. Eckert mittlerweile selbst merkt, was für ein Trümmerhaufen ihm da ins Haus geflattert ist – und dass die Motivation entsprechend schwindet. Aber das ist irrelevant: Wer ein Verfahren übernimmt, muss es auch zu Ende führen – im Sinne der Gläubiger, nicht seines eigenen Ansehens.

Redaktion: Ein deutliches Statement. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Reime.

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