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US-Wirtschaft schrumpft nach Trumps Politikwechsel – ein Wendepunkt mit Risiken

MIH83 (CC0), Pixabay

Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2025 zum ersten Mal seit drei Jahren geschrumpft – ein deutliches Signal, dass Präsident Donald Trumps abrupte wirtschaftspolitische Entscheidungen bereits spürbare Auswirkungen zeigen. Laut dem Handelsministerium ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um annualisierte 0,3 % zurück – weit unter den erwarteten +0,8 %. Es ist das schlechteste Quartalsergebnis seit der Covid-Krise 2020.

Noch dramatischer fällt die Prognose der Federal Reserve Bank of Atlanta aus, die ein Minus von 2,7 % voraussagt – ein Wert, der an die tiefsten Krisenmonate der Pandemie erinnert.

Tarifpolitik als Auslöser wirtschaftlicher Turbulenzen

Im Zentrum der wirtschaftlichen Turbulenzen steht die aggressive Zollpolitik der Trump-Regierung. In den letzten Monaten wurden massive Strafzölle verhängt, vor allem auf Waren aus China. Viele Unternehmen und Verbraucher kauften vorzeitig ein, um künftige Preisanstiege zu vermeiden, was einen Importboom auslöste: Die Importe stiegen um 41,3 %, während die Exporte nur leicht um 1,8 % zulegten – das größte Handelsdefizit seit Beginn der Aufzeichnungen 1947. Da Importe vom BIP subtrahiert werden, zog dies das Wirtschaftswachstum erheblich nach unten.

Trump weist Verantwortung von sich

Trotz der Zahlen sieht Trump die Schuld beim „Biden-Overhang“. Auf seiner Social-Media-Plattform erklärte er: „Das hat NICHTS mit Zöllen zu tun.“ Auch im Kabinett bekräftigte er: „Das ist Biden, nicht Trump.“

Trumps Handelsberater Peter Navarro hingegen bezeichnete den Bericht als „den besten negativen Bericht, den ich je gesehen habe“ – er verwies auf gestiegene Unternehmensinvestitionen, die aber überwiegend auf Lageraufbau vor den Zöllen zurückzuführen sind.

Konsum und Staatsausgaben schwächeln – Investitionen steigen

Besorgniserregend ist der Rückgang beim Konsum: Die Konsumausgaben, die rund 70 % der US-Wirtschaft ausmachen, wuchsen nur noch um 1,8 %, nach 4 % im Vorquartal – der schwächste Wert seit Mitte 2023. Auch die Staatsausgaben sanken um 5,1 %. Ein Lichtblick war das Wachstum der privaten Investitionen, das auf 21,9 % kletterte – vor allem durch vorsorgliche Vorratskäufe.

Inflation nimmt Fahrt auf

Ein weiteres Warnsignal ist die Inflation: Der PCE-Preisindex stieg im ersten Quartal um 3,6 %, der Kernindex (ohne Energie und Lebensmittel) um 3,5 %. Das deutet darauf hin, dass die Zölle bereits zu steigenden Preisen beitragen.

Noch keine Rezession – aber Gefahr wächst

Noch erfüllen die Daten nicht die klassische Definition einer Rezession – zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP. Die Arbeitslosigkeit liegt mit 4,2 % noch auf stabilem Niveau, auch Unternehmensinvestitionen halten an.

Doch die Frühindikatoren mahnen zur Vorsicht: Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze fiel im April mit 62.000 deutlich unter die Erwartungen (März: 147.000). Die Unsicherheit über Trumps weitere Zollstrategie verunsichert die Unternehmen, was sich in Zurückhaltung bei Neueinstellungen niederschlägt.

Fazit: US-Wirtschaft im Umbruch

Die US-Wirtschaft steht an einem Scheideweg. Trumps Strategie, den Welthandel neu zu ordnen, zeigt erste spürbare Bremsspuren. Während das Weiße Haus von „starker wirtschaftlicher Dynamik“ spricht, warnen Ökonomen vor einem möglichen Abschwung. Der Ausgang hängt nun stark davon ab, ob die Regierung ihre Zollpolitik anpasst – oder weiter auf Konfrontation setzt.

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