Elon Musk, derzeit Chef der US-Behörde Department of Government Efficiency (DOGE), kündigte an, sich künftig deutlich weniger in Washington aufzuhalten und seine Tätigkeit für DOGE stark zu reduzieren. Der weltweit reichste Mann will sich wieder verstärkt um seine Unternehmen – insbesondere Tesla – kümmern.
Musk war seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit eine zentrale Figur in der neu geschaffenen Regierungsstelle DOGE, deren Aufgabe es ist, ineffiziente staatliche Programme zu streichen, Personal abzubauen und Verwaltungskosten massiv zu senken. Laut eigenen Aussagen war er in den ersten 100 Tagen praktisch durchgängig im Weißen Haus präsent.
In einem ungewöhnlich offenen Interview mit US-Journalisten im Roosevelt Room des Weißen Hauses sprach Musk über seine Zeit in Washington – inklusive skurriler Details, wie nächtliche Eiseinladungen von Präsident Trump („Karamell-Haagen-Dazs“) und Übernachtungen im berühmten Lincoln Bedroom.
DOGE als persönliche Mission – und Bürde
Musk zeigte sich einerseits stolz auf das bisher Erreichte, betonte aber auch die Schattenseiten seiner Rolle:
„Es ist 60 % Spaß, manchmal 70 % – je nach Woche. Aber ständige Angriffe machen keinen Spaß. Brennende Teslas schon gar nicht“, so Musk.
Er wolle künftig nur noch ein bis zwei Tage pro Woche mit DOGE-Angelegenheiten verbringen, „jede zweite Woche in Washington“. Dennoch bezeichnete er DOGE mehrfach als „Lebensstil“:
„Ist Buddha nötig, damit es den Buddhismus gibt?“, fragte er rhetorisch auf die Frage, wer ihn ersetzen werde.
Die operative Leitung soll nun Musks langjähriger Vertrauter Steve Davis übernehmen.
Ziel: 1 Billion Dollar Einsparung – bisher 160 Milliarden
Musk stellte klar, dass sein ambitioniertes Ziel, 1 Billion Dollar an Staatsausgaben einzusparen, weiterhin bestehe. Die bisherigen Einsparungen durch DOGE würden sich aktuell auf 160 Milliarden Dollar belaufen. Er räumte allerdings ein, dass frühere Aussagen missverständlich waren und teilweise übertrieben gewirkt hätten.
„Es ist machbar – aber nur, wenn Regierung und Kongress bereit sind, wirklich etwas zu verändern. Und das bedeutet: viel Gegenwind.“
Tesla-Verluste, politische Spannungen, Kritik an DOGE
Sein Rückzug kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Tesla stark unter Druck steht. Im ersten Quartal 2025 brach der Gewinn des Unternehmens um 71 % ein. Musk selbst wird zunehmend als politische Belastung für Präsident Trump wahrgenommen. Auch Spannungen mit Kabinettsmitgliedern wie Finanzminister Scott Bessent, Außenminister Marco Rubio und Handelsberater Peter Navarro wurden öffentlich.
DOGE ist nicht unumstritten. Besonders in der Kritik steht der massive Stellenabbau: Laut Angaben von DOGE wurden bisher rund 20.000 Staatsbedienstete entlassen, weitere 80.000 nahmen freiwillige Abfindungsangebote („Fork in the Road“) an. Das Projekt soll nach aktueller Planung im Juli 2026 abgeschlossen sein – pünktlich zum 250-jährigen Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
„DOGE ist absurd – aber real“
Trotz aller Schwierigkeiten blickt Musk nicht ohne Humor auf das Projekt:
„Es ist doch irgendwie verrückt, dass wir DOGE haben. Ich meine, sind wir in einer Simulation? Wie sind wir hier gelandet?“, lachte er im Interview.
Und obwohl er zugibt, „nicht so effektiv gewesen zu sein, wie er es sich gewünscht hätte“, sei er stolz auf das Erreichte – und auf das Team:
„Sie könnten überall arbeiten – und haben sich trotzdem für den Staatsdienst entschieden. Das verdient Respekt.“