Ein gezieltes Screening-Programm kann Leben retten: Eine aktuelle Studie aus London, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Lancet Oncology“, belegt eindrucksvoll den Nutzen der Lungenkrebs-Früherkennung. Bei der Untersuchung von knapp 13.000 Personen aus sozial benachteiligten Stadtteilen wurden bei 4,8 Prozent verdächtige Knoten im CT entdeckt. Besonders bemerkenswert: 80 Prozent der diagnostizierten Lungenkarzinome befanden sich noch in einem heilbaren Frühstadium (Stadium I oder II).
Das Forschungsteam um Sam Janes vom University College London sieht darin einen Meilenstein im Kampf gegen eine der tödlichsten Krebserkrankungen überhaupt.
Klares Signal für Österreich
Auch der Wiener Lungenspezialist Arschang Valipour warnte kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung der Praevenire-Gesundheitsinitiative eindringlich: In Österreich werde Lungenkrebs immer noch viel zu spät entdeckt. Nur 25 Prozent der Diagnosen erfolgen hierzulande im heilbaren Frühstadium – mit dramatischen Folgen. Jährlich erkranken rund 5.000 Menschen, etwa 4.000 von ihnen sterben.
Valipour fordert daher die rasche Einführung eines nationalen Früherkennungsprogramms mit Niedrig-Dosis-CT-Untersuchungen. Sechs europäische Staaten, darunter Großbritannien und Deutschland, haben bereits nationale Programme eingeführt oder sind auf dem Weg dorthin – Österreich hingegen hinkt noch hinterher.
Warum Früherkennung so entscheidend ist
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:
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Fünf-Jahres-Überlebensrate im Stadium I: etwa 80 Prozent
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Fünf-Jahres-Überlebensrate im Stadium IV: nur fünf bis zehn Prozent
Obwohl moderne Therapien die Überlebensrate bei fortgeschrittenem Lungenkrebs inzwischen leicht verbessert haben, bleibt die Prognose im Spätstadium weiterhin schlecht.
Fazit:
Die Londoner Studie zeigt: Frühzeitige Diagnose durch gezielte Vorsorgeprogramme kann die Überlebenschancen bei Lungenkrebs dramatisch verbessern. Experten fordern, dass Österreich diesem Beispiel endlich folgt – um Leben zu retten und die hohe Sterblichkeitsrate deutlich zu senken.