Redaktion: Herr Iwanow, quirion wirbt aktuell mit einem ETF-Sparplan und einer Prämienaktion. Anleger können mit kleinen monatlichen Beträgen investieren und von hohen Ertragschancen profitieren. Wie bewerten Sie dieses Angebot?
Michael Iwanow: Grundsätzlich ist ein ETF-Sparplan eine sehr sinnvolle Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. ETFs sind breit gestreute, kostengünstige Anlageprodukte, die es auch Kleinanlegern ermöglichen, an der Entwicklung der weltweiten Kapitalmärkte teilzuhaben. Die Prämienaktion von quirion kann einen zusätzlichen Anreiz darstellen. Aber Anleger sollten nicht vergessen: Auch ETF-Sparpläne unterliegen dem vollen Risiko der Aktienmärkte – inklusive teils erheblicher Kursschwankungen und zwischenzeitlicher Verluste.
Redaktion: quirion verweist auf den sogenannten Zinseszinseffekt und langfristige Gewinnchancen. Ist das realistisch?
Michael Iwanow: Der Zinseszinseffekt ist tatsächlich ein mächtiges Instrument, um über lange Zeiträume Vermögen aufzubauen. Reinvestierte Erträge verstärken das Wachstum über die Jahre. Aber wichtig ist: Die in den Rechenbeispielen dargestellte durchschnittliche Rendite basiert auf historischen Werten. Die Annahme einer konstanten Wertentwicklung ist in der Realität nicht gegeben – Aktienmärkte schwanken stark. Anleger müssen auch längere Durststrecken oder starke Kursverluste aushalten können.
Redaktion: quirion spricht von einer erwarteten Rendite von etwa 7,96 % pro Jahr auf Basis des MSCI World Index. Können sich Anleger auf solche Zahlen verlassen?
Michael Iwanow: Nein, diese Zahlen sind eine Modellrechnung, die auf historischen Durchschnittswerten basiert. Die tatsächliche Entwicklung kann erheblich davon abweichen – sowohl nach oben als auch nach unten. Gerade in Krisenzeiten können Aktienmärkte massiv einbrechen, was bedeutet, dass auch Sparplan-Portfolios zeitweise deutlich an Wert verlieren können. Anleger müssen bereit sein, über viele Jahre investiert zu bleiben und Schwankungen auszusitzen.
Redaktion: Wie sicher sind die Einlagen in einem ETF-Sparplan bei quirion?
Michael Iwanow: Das Investment in ETFs erfolgt bei quirion über ein persönliches Wertpapierdepot bei der Quirin Privatbank. Die Wertpapiere sind Sondervermögen, also rechtlich vom Vermögen der Bank getrennt und im Falle einer Insolvenz geschützt. Das Marktpreisrisiko der ETFs bleibt allerdings voll bestehen – Kursverluste kann auch die sicherste Verwahrung nicht verhindern.
Redaktion: Was raten Sie Anlegern, die überlegen, einen ETF-Sparplan wie bei quirion abzuschließen?
Michael Iwanow: Anleger sollten sich über ihren Anlagehorizont im Klaren sein: Ein Sparplan auf Aktienbasis ist eine langfristige Strategie, idealerweise mit einem Zeithorizont von zehn Jahren oder mehr. Sie sollten finanziell in der Lage sein, Kursschwankungen auszuhalten, ohne nervös zu reagieren. Wichtig ist außerdem: Der Sparplan sollte zu den eigenen Zielen und zur persönlichen Risikobereitschaft passen. Eine unabhängige Beratung kann helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Redaktion: Herr Iwanow, herzlichen Dank für Ihre Einschätzungen und die klaren Hinweise!
✅ Fazit:
ETF-Sparpläne bieten langfristig große Chancen – aber nur, wer Marktschwankungen aushalten kann, profitiert am Ende wirklich.