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Verbraucherschützer kritisieren Online-Portale für Arzttermine – Orientierung für Patienten oft schwierig

uwekern (CC0), Pixabay

Online-Buchungsportale für Arzttermine boomen – viele Patientinnen und Patienten nutzen sie, um schnell und bequem einen Termin beim Haus- oder Facharzt zu finden. Doch was eigentlich den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern soll, sorgt in der Praxis zunehmend für Frust. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die beiden meistbesuchten Buchungsportale in Deutschland genau unter die Lupe genommen – mit ernüchterndem Ergebnis.

Die Verbraucherschützer kritisieren insbesondere die mangelhafte Nutzerführung und unzureichende Transparenz auf den Plattformen. Demnach seien die angebotenen Filter- und Sortierfunktionen oft wenig hilfreich und führten nicht zu einer gezielten Terminvergabe. In knapp einem Fünftel der getesteten Fälle wurden Arztpraxen in der Ergebnisliste angezeigt, bei denen letztlich gar keine freien Termine verfügbar waren. Für Menschen, die dringend medizinische Hilfe benötigen, ist das nicht nur ärgerlich, sondern potenziell gesundheitsgefährdend.

Besonders problematisch sei laut vzbv auch, dass nicht immer klar zwischen Kassenleistungen und kostenpflichtigen Selbstzahler-Angeboten unterschieden wird. Oft erscheinen sogenannte „Privatsprechstunden“ oder „Soforttermine gegen Gebühr“ im selben Buchungsbereich wie reguläre Termine – ohne ausreichende Kennzeichnung. Das birgt das Risiko, dass insbesondere gesetzlich Versicherte unbeabsichtigt kostenpflichtige Leistungen buchen und später auf den Kosten sitzen bleiben.

Die Verbraucherschützer fordern deshalb, dass Online-Terminportale deutlich transparenter und nutzerfreundlicher gestaltet werden. Dazu gehöre eine klare Kennzeichnungspflicht für Privatleistungen und Selbstzahlerangebote sowie eine deutliche Unterscheidung zwischen frei buchbaren und lediglich vorgemerkten Praxen. Zudem sollten Such- und Filteroptionen so überarbeitet werden, dass sie gezielt zum Ziel führen – etwa nach Fachrichtung, Versicherungsart oder Entfernung.

Laut vzbv sei es wichtig, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht auf Kosten der Patientensicherheit und -autonomie gehe. Wer online nach einem Arzttermin sucht, müsse sich darauf verlassen können, dass die angezeigten Ergebnisse valide, verständlich und fair aufbereitet sind. In Zeiten knapper Arztkapazitäten und wachsendem Digitalangebot sei es umso wichtiger, die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher auch in der digitalen Arztpraxis zu stärken.

Die Verbraucherzentrale appelliert daher an die Betreiber der Portale und an die Politik, gesetzliche Rahmenbedingungen für mehr Transparenz und Fairness in der Online-Terminvergabe zu schaffen. Denn gute Versorgung beginnt mit einem verlässlichen Zugang – online wie offline.

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