Dark Mode Light Mode

Gesünder wohnen und arbeiten: Allergikerfreundliches Bauen gewinnt an Bedeutung

cenczi (CC0), Pixabay

Immer mehr Bauherren und Architekten legen beim Hausbau und der Gebäudegestaltung Wert auf allergikerfreundliche Lösungen. Was lange Zeit eher ein Nischenthema war, wird nun zunehmend zum Standard – nicht nur im Bürobereich, sondern auch in Kitas, Pflegeheimen, Hotels und sogar im Wohnungsbau. Diese Entwicklung bestätigt die Organisation Allergy Friendly Buildings Alliance, die sich auf gesundheitsverträgliches Bauen spezialisiert hat.

Laut Geschäftsführerin Angela Balatoni sei der Trend nicht zuletzt auf die steigende Zahl an Betroffenen zurückzuführen: Inzwischen haben rund 30 Prozent der Menschen in Deutschland eine oder mehrere Allergien. Häufige Auslöser sind nicht nur Pollen oder Hausstaub, sondern auch Stoffe, die in vielen Gebäuden stecken: etwa lösungsmittelhaltige Wandfarben, Ausdünstungen aus Bodenbelägen, chemische Reinigungsmittel oder unpassende Innenraum-Bepflanzung.

Beim allergikerfreundlichen Bauen geht es darum, genau solche Reizquellen zu vermeiden. Verwendet werden schadstoffarme oder -freie Baustoffe, mineralische Wandfarben, abwaschbare Oberflächen sowie spezielle Belüftungssysteme, die die Luftqualität verbessern. Auch in der Außenplanung spielt Rücksicht eine Rolle: Statt Birken oder stark blühender Gräser werden Pflanzenarten gewählt, die möglichst wenig allergenes Potenzial haben.

Besonders in sensiblen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Seniorenheimen oder Gesundheitseinrichtungen ist der Bedarf groß – und das Bewusstsein wächst. So wird bereits bei der Ausschreibung von Bauprojekten zunehmend auf Zertifikate wie „allergikerfreundlich“ oder „baubiologisch geprüft“ geachtet.

Die Initiative hat auch eine gesellschaftliche Dimension: „Allergikerfreundliches Bauen bedeutet Teilhabe“, so Balatoni. Menschen mit Allergien oder Asthma könnten dadurch öffentliche Räume und Gebäude besser nutzen – ohne gesundheitliche Einschränkungen.

Nicht zuletzt sei diese Bauweise auch ein Beitrag zum gesunden Leben für alle, betont die Expertin: „Was Allergikern hilft, nützt letztlich allen – durch bessere Luft, weniger Schadstoffe und ein angenehmeres Raumklima.“ Angesichts dieser Vorteile sei zu erwarten, dass das allergikerfreundliche Bauen in den kommenden Jahren weiter zunehmen werde – nicht als Sonderfall, sondern als neue Norm im Bauwesen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

FINMA-Warnung: MuxCap agiert ohne Handelsregistereintrag – Anleger sollten vorsichtig sein

Next Post

CCC Care Concepts Company GmbH unter vollständige Kontrolle eines vorläufigen Insolvenzverwalters gestellt