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EU verfehlt Gesundheitsziele: HIV, Hepatitis und Co. weiter auf dem Vormarsch

Wounds_and_Cracks (CC0), Pixabay

Ein gesundes Leben für alle – das ist das große Ziel, das die Vereinten Nationen bis zum Jahr 2030 verfolgen. Doch ausgerechnet in Europa, einer Region mit gut ausgebauten Gesundheitssystemen, drohen die Teilziele auf dem Weg dorthin zu scheitern. Das zeigt ein neuer Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Sitz in Stockholm. Besonders deutlich wird der Rückstand beim Kampf gegen HIV, Hepatitis und andere übertragbare Krankheiten wie Tuberkulose, Syphilis und Gonorrhö.

Gefährlich viele Infektionen – trotz Präventionsmöglichkeiten

Laut ECDC sind HIV und Hepatitis weiterhin weit verbreitet – obwohl diese Infektionen mit wirksamen Mitteln vermeidbar wären. In der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) führen diese Erkrankungen jedes Jahr zu fast 57.000 Todesfällen. Auch wenn die Infektionsraten von HIV und Tuberkulose seit dem letzten Untersuchungszeitraum rückläufig sind, liegen sie nach wie vor über den angestrebten Werten für 2025. Für Virushepatitis fehlen in vielen Ländern sogar verlässliche Inzidenzdaten. Alarmierend ist zudem, dass die Zahl der gemeldeten Fälle bei sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis, akuter Hepatitis B und insbesondere Gonorrhö erneut gestiegen ist.

Unzureichende Datenlage – unklare Fortschritte

Viele EU-Staaten können ihren Fortschritt bei der Erreichung der Gesundheitsziele kaum oder gar nicht belegen, da es an einer ausreichenden Datenlage fehlt. Das macht eine lückenlose Bewertung schwierig und verhindert gezielte Verbesserungen. „Diese Krankheiten sind vermeidbar – ebenso wie das Leid der Betroffenen und die Belastung für die Gesundheitssysteme“, sagt ECDC-Direktorin Pamela Rendi-Wagner. Ihre Botschaft ist klar: Die kommenden fünf Jahre müssen entschlossen genutzt werden, um das Ruder noch herumzureißen.

Prävention muss gestärkt werden

Bei den Maßnahmen zur Vorbeugung gibt es Licht und Schatten: Zwar wurden wichtige Programme ausgeweitet – etwa der Einsatz von Kondomen, die Hepatitis-B-Impfung oder sogenannte Spritzentauschprogramme. Auch die sogenannte PrEP, also eine vorbeugende Medikamentengabe zur Verhinderung einer HIV-Infektion, hat sich vielerorts etabliert. Dennoch reichen die bisherigen Anstrengungen laut ECDC bei Weitem nicht aus, um die geplanten Zwischenziele bis 2025 zu erreichen.

Ausblick: Die Uhr tickt

Der Bericht ist ein deutlicher Weckruf an die Politik und die öffentliche Gesundheitsversorgung in Europa. Die nächsten fünf Jahre sind entscheidend, um die bereits verpassten Ziele aufzuholen und bis 2030 ernsthaft Fortschritte zu erzielen. Dazu braucht es nicht nur finanzielle Mittel und bessere Datenerhebung, sondern auch eine stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit – und politischen Willen, über Parteigrenzen hinweg konsequent zu handeln. Denn die Gesundheitsziele der UNO sind nicht nur ein Ideal, sondern eine reale Notwendigkeit.

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