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Harry und Meghan entziehen muslimischer Frauenorganisation Mittel wegen kontroversem Israel-Hamas-Kommentar

geralt (CC0), Pixabay

Die Archewell Foundation von Prinz Harry und Herzogin Meghan hat einer muslimischen Frauenorganisation in Milwaukee die Fördermittel gestrichen, nachdem deren Leiterin in einem Meinungsartikel eine umstrittene Formulierung zur Israel-Hamas-Krise verwendet hatte.

Auslöser war ein Beitrag von Janan Najeeb, Geschäftsführerin der Milwaukee Muslim Women’s Coalition, in dem sie die Aussage „From the river to the sea, Palestine will be free“ nutzte – ein Satz, den viele als antisemitisch empfinden, da er von der Hamas und anderen extremistischen Gruppen verwendet wurde und impliziere, dass der Staat Israel zwischen Jordanfluss und Mittelmeer nicht existieren solle.

Archewell: „Null Toleranz für hasserfüllte Sprache“

Ein von der Zeitung Milwaukee Journal Sentinel verifiziertes Schreiben der Archewell Foundation erklärte: „Wir wurden auf einen Online-Meinungsbeitrag aufmerksam gemacht, den Sie verfasst haben und der im Widerspruch zu den Werten der Archewell Foundation steht. Wir dulden keine hasserfüllten Worte, Handlungen oder Propaganda.“

Die Stiftung habe daraufhin beschlossen, die Organisation aus dem Förderprogramm zu entfernen. Weitere Zuschüsse würden nicht mehr gewährt, hieß es. Vertreter der Archewell Foundation äußerten sich auf Anfrage von USA TODAY nicht offiziell.

Fördermittel für Flüchtlingsarbeit gestrichen

Im Jahr 2023 hatte Archewell der Organisation rund 28.000 US-Dollar zur Verfügung gestellt, um Nähkreise und Gesprächsgruppen für afghanische Geflüchtete Frauen zu organisieren. Auch 2024 erhielt die Gruppe laut Najeeb eine ähnliche Summe.

Reaktion der betroffenen Organisation

Najeeb wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass es sich nicht um Hassrede, sondern um politische Meinungsäußerung handle. In einem Brief an Archewell schrieb sie: „Wenn Ihre Stiftung verlangt, dass Empfänger untätig zusehen, wie ein Genozid live im Fernsehen übertragen wird, dann bedauern wir ebenfalls, dass unsere Werte nicht übereinstimmen.“

Sie sieht die Entscheidung Archewells als Teil eines größeren Trends: Organisationen würden sich zunehmend aus Angst vor Repressalien von palästinensischen Positionen distanzieren. Najeeb verweist auf einen weiteren Artikel von ihr im Journal Sentinel aus dem Jahr 2023, in dem sie den Protest junger Menschen gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen unterstützte.

Harry und Meghan im Spannungsfeld zwischen Philanthropie und Markenpflege

Der Schritt kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt: Harry und Meghan stehen mit ihrer Stiftung und neuen Geschäftsaktivitäten wie dem Netflix-Projekt „With Love“ und der Lifestyle-Marke As Ever verstärkt im öffentlichen Fokus. Die Herzogin verteidigte in einem Interview mit der New York Times ihr Engagement als Weg, „Arbeit und Familienleben zu verbinden“.

Fazit

Die Trennung der Archewell Foundation von der muslimischen Frauenorganisation verdeutlicht den wachsenden Druck auf Prominente, sich klar zu politischen Aussagen zu positionieren – und zeigt zugleich die tiefen gesellschaftlichen Gräben, die der Nahost-Konflikt in den USA aufwirft. Während Harry und Meghan für sich einstehen, geraten sie in den Sog einer hochemotionalen globalen Debatte.

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