Die Zukunft der US-amerikanischen Sozialversicherung steht auf dem Spiel: Sollte der Kongress keine Lösung zur Stabilisierung des Old-Age, Survivors, and Disability Insurance (OASDI)-Programms finden, drohen Leistungskürzungen von bis zu 21 Prozent – mit gravierenden Folgen für Millionen Rentnerinnen und Rentner.
Larry Fink, CEO des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, schlägt vor, sich ein Beispiel an Australien zu nehmen. Dort basiert die Altersvorsorge auf einem kapitalgedeckten System, das sogenannte „Superannuation“-Modell. Dieses System könnte laut Fink eine Blaupause für eine nachhaltige Rentenreform in den USA sein.
Was ist das australische Modell?
In Australien sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, einen festen Prozentsatz des Gehalts – aktuell 11,5 % – in einen individuellen Rentenfonds ihrer Mitarbeitenden einzuzahlen. Diese Beiträge werden langfristig investiert. Arbeitnehmer können darüber hinaus freiwillig Beiträge leisten, allerdings nur bis zu einer festgelegten Obergrenze.
Die Anlageoptionen innerhalb der sogenannten „Super-Fonds“ sind vielfältig und können individuell gewählt werden. Steuerlich profitieren die Beitragszahler ebenfalls: Die Beiträge und erzielten Erträge unterliegen in der Regel einem ermäßigten Steuersatz von 15 %, deutlich weniger als der Höchstsatz von 47 % auf reguläres Einkommen.
Finks Kritik am US-System
Fink sieht das amerikanische Sozialversicherungssystem gegenüber dem australischen Modell im Nachteil. Während in Australien private Investmentfirmen die Rentenfonds verwalten, liegt die Verantwortung für die US-Sozialversicherung beim Finanzministerium. Fink argumentiert, dass private Unternehmen – wie sein eigenes – besser darin seien, Rentenersparnisse zu verwalten und zu vermehren.
Zudem sei die Sozialversicherung in den USA zu stark politisiert, um notwendige Reformen durchzusetzen. „Niemand will das Thema anpacken“, kritisiert Fink. Dabei gehe es nicht darum, das System abzuschaffen, sondern es zukunftsfest zu machen.
Die Vorteile des australischen Systems im Überblick:
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Steuervergünstigungen: Beiträge und Erträge werden niedrig besteuert (15 %).
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Günstige Versicherungen: Gruppentarife innerhalb der Fonds ermöglichen reduzierte Prämien.
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Staatliche Unterstützung: Geringverdienende erhalten staatliche Zuschüsse.
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Beratungsangebote: Viele Super-Fonds bieten kostenlose professionelle Beratung an.
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Exklusive Rabatte: Fondsmitglieder profitieren von Sonderangeboten und Vergünstigungen.
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Steuerfreiheit im Ruhestand: Ab dem 60. Lebensjahr können Ersparnisse steuerfrei bezogen werden.
Der gesellschaftliche Druck wächst
Trotz wachsender Finanzierungsprobleme bleibt die Zustimmung zur Sozialversicherung in der US-Bevölkerung hoch. Einer aktuellen Studie zufolge lehnen 85 % der Amerikaner Kürzungen ab – ein deutliches Signal an die Politik.
Ob sich die USA tatsächlich am australischen Modell orientieren sollten, bleibt offen. Klar ist: Eine nachhaltige Lösung muss her, damit das soziale Sicherheitsnetz auch in Zukunft trägt.