In einem Ostergruß, der wohl weniger nach Schokohasen als nach Wutbürger klingt, hat US-Präsident Donald Trump wieder einmal bewiesen, dass selbst Feiertage bei ihm nicht ohne verbale Eierwürfe auskommen müssen. Auf seiner Plattform Truth Social wünschte Trump am Sonntag:
„Frohe Ostern an alle – ja, sogar an die linksradikalen Irren, die sich mit aller Kraft bemühen, Mörder, Drogenbosse, Geistesgestörte, Frauenschläger und MS-13-Fans mit Erstwohnsitz in der Hölle wieder nach Amerika einzuladen.“
Ob er dabei versehentlich das falsche Kapitel aus der Bibel zitiert hat, ist unklar. Sicher ist: Der Tonfall ist weniger „Auferstehung des Herrn“ und mehr „Zorn des Imperators“.
Am Samstag hatte sich eine bunte Mischung aus Bürgerrechtlern, Einwanderungsaktivisten und entnervten Osterhasen vor dem Weißen Haus versammelt, um gegen Trumps umstrittene Abschiebungspolitik zu protestieren. Hintergrund war die Deportation eines Mannes mit offiziellem Schutzstatus, der – so die Regierung – möglicherweise Mitglied der Gang MS-13 sei. Oder vielleicht auch nicht. Oder ein Fan. Oder mal ein Tattoo gesehen. Der Mann selbst und seine Anwälte sagen: Nein, danke.
Trump hingegen schaltete direkt in den nächsten biblischen Gang:
„Frohe Ostern auch an die schwachen, unfähigen Richter, die lieber Gesetze aus dem 18. Jahrhundert zitieren, als Amerika zu retten.“
– Ein Seitenhieb, der entweder auf rechtliche Debatten oder ein missverstandenes Kostümfest anspielt.
„Make Diplomacy Disappear Again“ – Außenpolitik à la Trump
Während sich Europa noch an Osterbrunches und diplomatische Zurückhaltung hält, feiert das Weiße Haus mit einem neuen Dekretentwurf die radikale Rückkehr zum Isolationismus. Geplant ist die Abschaffung der Afrika-Abteilung im Außenministerium, denn, so die Logik des Papiers:
„Wozu Botschaften, wenn man auch ein Fax schicken kann?“
Stattdessen soll ein neuer Sondergesandter für Afrika installiert werden – allerdings direkt unter dem Nationalen Sicherheitsrat. Eine Art Außenminister im Kellerbüro ohne Fenster, aber mit WLAN. Auch die Abteilungen für Klimawandel und Menschenrechte stehen auf der Streichliste. Grund: „Modernisierung“ – und vielleicht, weil Bäume und Menschenrechte einfach zu viel Platz wegnehmen.
Und während man sich fragt, ob dieses Dekret vor dem nächsten Feiertag fertig wird oder nur ein besonders schlechter Aprilscherz ist, bleibt am Ende nur ein Wunsch übrig:
Frohe Ostern – möge das diplomatische Porzellan heil bleiben.