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Drohnen revolutionieren den Everest-Aufstieg: Mehr Sicherheit für Sherpas

nepalidevu (CC0), Pixabay

Am Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, beginnt eine neue Ära des Bergsteigens – mithilfe von Drohnen. Erstmals kommen unbemannte Fluggeräte systematisch zum Einsatz, um Ausrüstung wie Leitern, Seile und Sauerstoffflaschen in die gefährlichsten Abschnitte des Aufstiegs zu transportieren. Das Ziel: Leben retten und die Arbeit der Sherpas sicherer machen.

Das Projekt wird von der nepalesischen Firma Airlift Technology umgesetzt. Drohnenpilot Milan Pandey arbeitet eng mit erfahrenen Sherpas zusammen, um Materialien schnell und gezielt an kritische Stellen zu liefern, insbesondere im berüchtigten Khumbu-Eisfall, einer instabilen Gletscherpassage zwischen dem Basislager (5.364 m) und Camp Eins (6.065 m).

Was für Sherpas bislang sechs bis sieben Stunden Aufstieg bedeutete, schafft eine Drohne in nur etwa sieben Minuten. Das reduziert die Risiken erheblich – insbesondere in Bereichen, in denen zuvor bei der Routenfindung und dem Materialtransport tragische Unfälle passiert sind. 2023 kamen drei Sherpas in einer Lawine ums Leben, als sie mehrmals zwischen Lager und Eisfall unterwegs waren.

Nach erfolgreichen Testflügen im Jahr 2024 mit Unterstützung des Drohnenherstellers DJI setzt Airlift nun regulär Drohnen ein. In einem ersten Einsatz transportierten sie über 500 Kilogramm Müll aus dem Eisfall zurück ins Basislager – in über 40 Flügen.

Der Ablauf ist klar geregelt: Die Sherpas erkunden die Route und identifizieren gefährliche Passagen. Per Funk übermitteln sie die GPS-Koordinaten, und Pandey fliegt dann das benötigte Material per Drohne direkt dorthin. Auch medizinische Notversorgung und Sauerstoffflaschen können so geliefert werden.

Doch die Technik hat ihren Preis: Eine Drohne kostet rund 70.000 US-Dollar, der Betrieb im Basislager ist aufgrund der fehlenden Infrastruktur aufwendig. Strom wird mit Dieselgeneratoren erzeugt, das Personal muss mit auf den Berg gebracht werden.

Trotzdem sehen viele im Einsatz der Drohnen eine sinnvolle Weiterentwicklung. Caroline Ogle von Adventure Consultants bezeichnet sie als „Teil der natürlichen Evolution des Bergsteigens“. Auch Lisa Thompson, eine erfahrene Höhenbergsteigerin, begrüßt die Innovation: „Die Herausforderung bleibt dieselbe – nur wird sie jetzt sicherer bewältigt.“

Dawa Janzu Sherpa, der seit acht Jahren als sogenannter „Frontman“ im Eisfall arbeitet, bestätigt die positiven Effekte: „Wir müssen nicht mehr ständig hin- und hersteigen, um Ausrüstung zu holen. Ohne die Drohnen hätten wir die Route dieses Jahr wegen des schlechten Wetters nicht rechtzeitig sichern können.“

Die erste Gruppe von Bergsteigern hat das Basislager für die Saison 2025 erreicht. In den kommenden Wochen werden Hunderte versuchen, den Gipfel zu bezwingen. Die Drohnentechnologie könnte dabei erstmals in größerem Umfang zur Anwendung kommen – und das Gesicht des Mount Everest dauerhaft verändern.

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