Zwei russische Militärflugzeuge, die sich dem NATO-Luftraum näherten, wurden in dieser Woche von britischen Kampfflugzeugen abgefangen. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte am Freitag, dass zwei Abfangaktionen im Rahmen der NATO-Luftüberwachung über der Ostsee durchgeführt wurden.
Am 15. April stiegen zwei RAF-Typhoon-Kampfjets vom polnischen Luftwaffenstützpunkt Malbork auf, um ein russisches Aufklärungsflugzeug des Typs Iljuschin Il-20M „Coot-A“ abzufangen. Zwei Tage später, am 17. April, kam es zu einem weiteren Einsatz, als ein unbekanntes Flugzeug den Luftraum über der russischen Exklave Kaliningrad verließ.
Beide Einsätze erfolgten im Rahmen von „Operation Chessman“, dem britischen Beitrag zur verstärkten NATO-Luftüberwachung an der Ostflanke. Dabei arbeitet das Vereinigte Königreich eng mit Schweden, dem jüngsten NATO-Mitglied, zusammen.
Der britische Verteidigungsminister für die Streitkräfte, Luke Pollard, betonte die Entschlossenheit des Vereinigten Königreichs, sich aktiv an der Sicherheit der Allianz zu beteiligen:
„Mit zunehmender russischer Aggression und wachsenden Bedrohungen stärken wir unsere Verteidigung, beruhigen unsere Alliierten und schützen unsere nationale Sicherheit.“
Diese Vorfälle markieren die ersten Abfangmanöver der RAF in der Region seit dem Eintreffen der britischen Jets in Polen. Sie sollen unterstreichen, dass Großbritannien bereit ist, in enger Abstimmung mit NATO-Partnern zu handeln – sowohl in der Luft als auch politisch. Premierminister Sir Keir Starmer hatte kürzlich eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 2,5 % des BIP angekündigt.
Abfangmanöver sind nichts Neues
Solche Einsätze, sogenannte Quick Reaction Alerts (QRA), sind Teil der ständigen Luftüberwachung der NATO und reichen zurück bis in den Kalten Krieg. Allein im Jahr 2023 wurden 50 russische Flugzeuge durch RAF-Piloten in der Nähe britischer Interessensgebiete abgefangen – darunter in einem Zeitraum von nur 21 Tagen ganze 21 Maschinen.
Nicht nur russische Militärflugzeuge sind Ziel solcher Einsätze: Im Oktober 2024 wurden RAF-Jets alarmiert, um ein ziviles Flugzeug mit gemeldetem Bombenalarm zu begleiten. Der Vorfall endete ohne Zwischenfälle.
Die jüngsten Ereignisse zeigen erneut die hohe Einsatzbereitschaft der NATO und die Bereitschaft des Vereinigten Königreichs, sich an vorderster Front für die kollektive Sicherheit Europas einzusetzen.