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Das sind Mörder, die vor Gericht gehören

akadarcee (CC0), Pixabay

Laut einer am Sonntag veröffentlichten Untersuchung der israelischen Streitkräfte (IDF) haben „professionelle Versäumnisse“ zum Tod von 15 Sanitätern und Ersthelfern im Gazastreifen im März 2025 geführt. Die meisten Opfer gehörten der Palästinensischen Roten Halbmond-Gesellschaft (PRCS) an. Die Tötung der medizinischen Einsatzkräfte und ihre anschließende Beerdigung in einem Massengrab rief weltweite Empörung hervor.

Die Untersuchung ergab mehrere gravierende Fehler seitens der israelischen Truppen, darunter Verstöße gegen Einsatzbefehle sowie eine unvollständige und fehlerhafte Berichterstattung über den Vorfall. Die IDF betonte, dass kein „wahlloses Feuer“ eröffnet worden sei, sondern es habe sich um eine Reaktion auf eine vermeintlich „konkrete Bedrohung“ gehandelt – ausgelöst durch operative Missverständnisse.

Als Konsequenz wurde der Kommandant der 14. Brigade offiziell gerügt, während der stellvertretende Kommandant des Golani-Aufklärungsbataillons, das an dem Vorfall beteiligt war, seines Postens enthoben wurde. Er trug laut IDF maßgebliche Verantwortung für den Einsatz und die mangelhafte Darstellung der Geschehnisse.

„Die IDF bedauert den Schaden an unbeteiligten Zivilpersonen“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme. Die bestehenden Einsatzprotokolle seien überarbeitet und verschärft worden – insbesondere im Hinblick auf den Schutz von medizinischem Personal auch in intensiven Gefechtssituationen.

Der tödliche Vorfall ereignete sich am 23. März 2025 in Tel al-Sultan, einem Stadtteil der südlichen Gazastadt Rafah. Innerhalb weniger Stunden feuerten israelische Soldaten dreimal: Zunächst auf ein Fahrzeug, das laut IDF der Hamas zugeordnet wurde, wobei zwei Palästinenser getötet wurden. Etwa eine Stunde später eröffneten die Soldaten das Feuer auf einen Konvoi aus PRCS-Ambulanzen und Fahrzeugen des Zivilschutzes. Dabei starben 15 Menschen.

Autopsieberichte, die CNN vorliegen, bestätigen, dass die PRCS-Sanitäter mehrheitlich durch Schüsse in Kopf und Brust starben. Einige wiesen Explosionsverletzungen durch Granatsplitter auf. Die Leichen lagen über eine Woche in einem Massengrab, was zu fortgeschrittener Verwesung führte.

Ursprünglich behauptete die IDF, die Fahrzeuge hätten keine Scheinwerfer oder Warnsignale genutzt. Videoaufnahmen von einem der getöteten Sanitäter zeigten jedoch deutlich, dass die Rettungsfahrzeuge in Kolonne fuhren und ihre Warnlichter eingeschaltet waren. Dennoch gab die IDF an, die Identifizierung der Ambulanzen sei bei Nacht schwierig gewesen.

Nach Angaben des Militärs wurden sechs der Getöteten im Nachhinein als Hamas-Mitglieder identifiziert – Belege dafür wurden nicht öffentlich gemacht. Kurz nach dem Angriff auf den PRCS-Konvoi wurde auch ein UN-Fahrzeug unter Beschuss genommen, was die IDF als „Verstoß gegen Vorschriften“ und „operativen Fehler“ bezeichnete.

Die Leichen wurden zusammen mit den Rettungsfahrzeugen in einem Massengrab verscharrt. Die IDF verteidigte die Entscheidung der Feldkommandanten, räumte jedoch ein, dass das Zerstören der Fahrzeuge ein Fehler war. Eine Vertuschung habe es laut IDF nicht gegeben – internationale Organisationen, darunter die UN, seien informiert worden.

Die Palästinensische Rote Halbmond-Gesellschaft äußerte sich nicht zu den Untersuchungsergebnissen, hatte jedoch zuvor erklärt, der Angriff stelle ein Kriegsverbrechen dar, das gegen das humanitäre Völkerrecht verstoße.

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