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Anleger-Interview mit Rechtsanwältin Kerstin Bontschev (Dresden) Thema: Beteiligung an der WPA3 GmbH & Co. KG – Chancen, Risiken, Fallstricke
Anleger-Interview mit Rechtsanwalt Jens Reime aus Bautzen Thema: Beteiligung an der F81 GmbH & Co. KG – Was sollten Anleger aus der aktuellen Bilanz 2023 mitnehmen?
Vorläufige Insolvenzverwaltung über all-in-production GmbH angeordnet

Anleger-Interview mit Rechtsanwalt Jens Reime aus Bautzen Thema: Beteiligung an der F81 GmbH & Co. KG – Was sollten Anleger aus der aktuellen Bilanz 2023 mitnehmen?

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Redaktion: Herr Reime, die F81 GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für 2023 veröffentlicht. Was ist Ihr erster Eindruck aus Sicht eines Anlegers?

RA Jens Reime:
Der erste Blick zeigt: Die Gesellschaft bewegt sich in einem professionellen und strukturierten Umfeld – das ist grundsätzlich positiv. Sie hat in München investiert, einem begehrten Immobilienstandort, und berichtet für 2023 über einen soliden Jahresüberschuss von rund 3,75 Millionen Euro. Gleichzeitig besteht aber auch eine Verschuldung von über 42 Millionen Euro, was Anleger keinesfalls übersehen dürfen.

Redaktion: Was bedeutet das konkret für interessierte Kapitalanleger?

Reime:
Wer hier einsteigen will – etwa über eine Kommanditbeteiligung oder mittelbar über einen Fonds – muss sich vor Augen halten: Man beteiligt sich unternehmerisch, nicht sicherheitsorientiert. Es gibt kein Anrecht auf Rückzahlung oder garantierte Ausschüttung. Und bei Kommanditbeteiligungen droht im schlimmsten Fall ein Totalverlust.

Gleichzeitig gilt aber auch: Der Immobilienmarkt in München ist traditionell stark. Die Immobilie ist voll vermietet, die Mieteinnahmen sind stabil, und es gibt bisher keine Hinweise auf Zahlungsprobleme. Aber: Die Fremdkapitalquote ist hoch – und damit auch das Zinsänderungsrisiko ab dem Jahr 2028, wenn die Zinsbindung ausläuft.

Redaktion: Wie beurteilen Sie die Finanzlage aus Sicht der Liquidität?

Reime:
Die liquiden Mittel betragen nur rund 46.000 Euro – das ist für ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von über 54 Millionen Euro äußerst knapp bemessen. Zwar besteht laut Lagebericht derzeit kein akuter Engpass, aber im Krisenfall – etwa bei Mietausfällen – könnte diese geringe Liquiditätsreserve problematisch werden.

Ein weiterer Punkt: Es bestehen Haftungsverhältnisse in Höhe von 10 Millionen Euro – konkret für ein Darlehen einer anderen Gesellschaft, der FFR227 GmbH. Das ist für Anleger wichtig, da im Falle einer Verwertung der Grundschuld auf die Immobilie auch ihre Beteiligung gefährdet sein kann.

Redaktion: Welche Risiken sehen Sie besonders kritisch?

Reime:
Die Gesellschaft weist selbst auf mehrere Risiken hin – unter anderem:

  • Marktrisiken im Büroimmobiliensektor (Leerstandsquote in München bei 6,9 %)

  • Zinsrisiken nach Auslaufen der günstigen Finanzierung (2,18 % fest bis 2028)

  • Makroökonomische Unsicherheiten (hohe Inflation, Rezessionstendenzen)

  • Politische Risiken (Neuwahlen, ESG-Regulierungen etc.)

All diese Punkte können mittel- bis langfristig die Rendite der Immobilie beeinträchtigen – und damit auch die Ausschüttungen an Anleger.

Redaktion: Gibt es auch positive Aspekte, auf die Anleger hoffen können?

Reime:
Ja, es gibt auch Lichtblicke. Die Mieteinnahmen sind mit rund 4,95 Mio. Euro pro Jahr solide, und das Objekt ist – Stand Ende 2023 – voll vermietet. Das deutet auf ein funktionierendes Management hin. Außerdem ist die Zinsbindung bis 2028 ein gewisser Puffer in einem aktuell volatilen Finanzierungsumfeld.

Der Lagebericht nennt außerdem potenzielle Wertsteigerungen durch aktives Mieter- und Flächenmanagement sowie Vorteile durch die stabile Lage in München. Das kann bei einem zukünftigen Verkauf ein Plus bringen – wenn der Markt mitspielt.

Redaktion: Was raten Sie einem Anleger, der über eine Beteiligung nachdenkt?

Reime:
Ganz klar:

Lassen Sie sich den vollständigen Gesellschaftsvertrag aushändigen – und lesen Sie ihn oder lassen Sie ihn prüfen.
Verstehen Sie, wie lange Ihr Kapital gebunden ist – und ob bzw. wie Sie vorzeitig aussteigen könnten.
Fragen Sie nach Ausschüttungsplänen, nicht nur nach historischen Zahlen.
Verlangen Sie Transparenz über die Mittelverwendung und die Beteiligungsstruktur – insbesondere, ob zusätzliche Vermittlungskosten anfallen.
Lassen Sie sich nicht blenden von Begriffen wie „solide Immobilie“ oder „Top-Lage“, wenn keine harte Faktenbasis vorliegt.

Und vor allem: Vermeiden Sie Beteiligungen, bei denen hohe Vorkosten verlangt werden. Seriöse Anbieter ziehen ihre Vergütung regelmäßig erst aus dem Ertrag – nicht aus Ihrer Einzahlung.

Redaktion: Letzte Frage – gibt es einen „Dealbreaker“, den Sie hier sehen?

Reime:
Nicht direkt einen Dealbreaker, aber ein Warnsignal: Die finanzielle Verpflichtung aus der Sicherung eines fremden Darlehens über 10 Mio. Euro. Das ist für eine Beteiligungsgesellschaft nicht unproblematisch – insbesondere, wenn sie selbst keine operative Kontrolle über dieses Darlehen hat. Anleger sollten hier ganz genau hinsehen.

Fazit von RA Jens Reime:
„Die Beteiligung an der F81 GmbH & Co. KG kann für erfahrene Immobilienanleger mit langer Perspektive interessant sein – ist aber definitiv nichts für sicherheitsorientierte Anleger oder Kleinsparer. Wer sich beteiligt, trägt Unternehmerrisiken mit – und muss sich bewusst sein, dass auch ein Totalausfall nicht ausgeschlossen ist.“

📌 Hinweis: Dieses Interview ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Lassen Sie Beteiligungsmodelle immer fachlich prüfen, bevor Sie Kapital investieren.

 

F81 GmbH & Co. KG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

F81 GmbH & Co. KG,
Baierbrunn
Berichtszeitraum
01.01.2023 bis 31.12.2023
F81 GmbH & Co. KG
(Amtsgericht München, HRA 91595)
zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

1. Grundlagen

1. F81 GmbH & Co. KG

Die F81 GmbH & Co. KG ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und nach deutschen Recht eine Kommanditgesellschaft (KG). Die F81 GmbH & Co. KG ist in gewerbliche Immobilien in Deutschland investiert. Als Komplementärin fungiert die F81 Verwaltungs GmbH. Hierfür erhält diese eine Komplementärvergütung in Höhe von 2.500 Euro pro Jahr.

Das Management der Kommanditisten sowie das des Komplementärs verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Immobilieninvestment und kann von der Auswahl geeigneter Objekte über die individuelle Gestaltung und Strukturierung der Investitionen, dem aktiven Management und der Verwaltung über die gesamte Laufzeit bis hin zur laufenden Prüfung attraktiver, alternativer und ggf. vorzeitiger Exit-Möglichkeiten alle Serviceleistungen bieten.

Die Hammer Real GmbH hat über einen Geschäftsbersorgungsvertrag mit der Gesellschaft die Verwaltung der Immobilie übernommen. Als Dienstleister für die kaufmännischen Belange fungiert die Hammer AG.

Wirtschaftsbericht

1.1 Gesamtwirtschaft Deutschland

Im Jahr 2023 verzeichnete die deutsche Wirtschaft einen leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 %. Dieser Rückgang war auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter eine schwächelnde Industrieproduktion, insbesondere in energieintensiven Branchen wie der Chemie- und Automobilindustrie, die unter hohen Energiekosten litten. Zudem führte eine geringere Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten wie China zu einem Rückgang der Exporte um 0,8 %.

Der private Konsum blieb hinter den Erwartungen zurück, da steigende Reallöhne nicht in erhöhten Ausgaben resultierten. Stattdessen entschieden sich viele Verbraucher aufgrund von Unsicherheiten am Arbeitsmarkt und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage für eine höhere Sparquote. Der Bausektor erlitt ebenfalls Einbußen; steigende Finanzierungskosten und Materialpreise führten zu einem Rückgang der Bautätigkeit, insbesondere im Wohnungsbau.

Politische Unsicherheiten trugen ebenfalls zur wirtschaftlichen Lage bei. Die Auflösung der Regierungskoalition und die Ankündigung von Neuwahlen im Februar 2025 führten zu Verzögerungen bei wichtigen wirtschaftspolitischen Entscheidungen, was das Vertrauen von Investoren und Unternehmen beeinträchtigte.

Insgesamt befand sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 in einer herausfordernden Phase, geprägt von strukturellen Schwächen, externen Nachfrageeinbrüchen und politischen Unsicherheiten. Diese Faktoren führten zu einer Rezession, deren Auswirkungen auch in den Folgejahren spürbar blieben.
Investmentmarkt
Im Jahr 2023 verzeichnete der deutsche Investmentmarkt einen deutlichen Rückgang. Das Transaktionsvolumen für gewerbliche Immobilien belief sich auf 21,46 Milliarden Euro, was den niedrigsten Stand der letzten zwölf Jahre darstellt. Insgesamt wurden auf dem deutschen Immobilien-Investmentmarkt rund 29,3 Milliarden Euro umgesetzt. Im ersten Halbjahr 2023 betrug das Transaktionsvolumen 13 Milliarden Euro, ein Rückgang von 64 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf veränderte Finanzierungsbedingungen und ein schwieriges Marktumfeld zurückzuführen. Steigende Zinssätze und erhöhte Finanzierungskosten führten zu einer Zurückhaltung bei Investoren. Zudem beeinträchtigten geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftliche Herausforderungen das Investitionsklima. Trotz dieser Widrigkeiten bleibt Deutschland aufgrund seiner stabilen Wirtschaft und seines robusten Immobilienmarktes langfristig attraktiv für Investoren.
Vermietungsmarkt – Büroimmobilien
Im Jahr 2023 verzeichnete der deutsche Bürovermietungsmarkt eine deutliche Abkühlung, insbesondere in München. Hier sank der Flächenumsatz auf 450.500 m², was einem Rückgang von knapp 40 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und den niedrigsten Wert seit über 25 Jahren markiert.
Trotz dieser Entwicklung stieg die Spitzenmiete um 10 % auf 48,00 €/​m². In besonders begehrten Lagen wurden sogar Höchstwerte von bis zu 55,00 €/​m² erzielt. Die Durchschnittsmiete blieb hingegen stabil bei 23,80 €/​m². Die Leerstandsquote erhöhte sich auf 6,9 %, wobei in der Altstadt mit 1,2 % weiterhin Flächenknappheit herrschte.
Die gestiegenen Leerstände betrafen vor allem periphere Lagen, während zentrale Bereiche weiterhin eine hohe Nachfrage erfuhren. Die Bauaktivität ging deutlich zurück; das Volumen der im Bau befindlichen Flächen sank um rund 20 % auf 765.000 m², den niedrigsten Wert seit 2017. In den Nebenlagen wurden neue Projekte meist nur mit einer Vorvermietungsquote von 100 % gestartet.
Die Nachfrage konzentrierte sich auf hochwertige Flächen in zentralen Lagen, was zu einem weiteren Anstieg der Spitzenmieten führte. Die Rahmenbedingungen blieben herausfordernd, jedoch wird für 2024 eine Stabilisierung der Wirtschaft erwartet, die sich positiv auf den Bürovermietungsmarkt auswirken könnte.
Die Angaben in diesem Lagebericht, insbesondere das Zahlenmaterial, basieren auf der Auswertung aktueller Marktberichte etablierter Marktteilnehmer. Wir bemühen uns, möglichst vollständige und richtige Angaben zu erhalten und aufzubereiten. Eine Haftung für die Richtigkeit bzw. Vollständigkeit können wir jedoch nicht übernehmen.

1.2 Geschäftsverlauf

Zum 31. Dezember 2023 ist das Gebäude bis auf einige Lagerflächen vollvermietet. Der jährliche Mietzins beträgt rund EUR 4.954.000.
Der vorhandene Mietermix kann als sehr robust bezeichnet werden.

1.3 Lage

2.3.1 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die F81 GmbH & Co. KG einen Jahresüberschuss i.H.v. 3,75 Mio. EUR (Vj. 2,69 Mio. EUR).
Der Jahresüberschuss wurde aus der Bewirtschaftung der oben beschriebenen Immobilie sowie sonstigen betrieblichen Erträgen erzielt, die gewerblichen Mieteinnahmen sind im Vergleich zum Vorjahr weitestgehend stabil geblieben.
Die Summe der Aufwendungen beträgt 2,67 Mio. EUR welche sich wiederum aus Abschreibungen i.H.v. 0,86 Mio. EUR, Zinsen und ähnlichen Aufwendungen i.H.v. 0,99 Mio. EUR, sonstigen Steuern i.H.v. 0,11 Mio. EUR und sonstigen Aufwendungen i.H.v. 0,68 Mio. EUR zusammensetzten.

2.3.2 Finanzlage

Der Bestand an liquiden Mitteln betrug zum 31.12.2023 45.882,01 EUR. Die Gesellschaft ist in der Lage ihre Zahlungsverpflichtung zu erfüllen, Liquiditätsengpässe sind nicht zu erwarten. Die Summe der Darlehen gegenüber Kreditinstituten ist im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen und betrug zum 31.12.2023 42,9 Mio. EUR. Das Darlehen valutiert bis 28.02.2028 und wurde zu einem Festzinssatz von 2,18% (all in) abgeschlossen. Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen in der Finanzierungsstruktur. Die Rückstellungen betragen mit rund 15 TEUR rund ¼ des Vorjahreswertes.

2.3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Anlagevermögens lag zum Stichtag bei 44,0 Mio. EUR und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Mio. EUR reduziert.

2.3.4 Beurteilung der Lage des Unternehmens

Das Management schätzt die Ertragslage, Finanzlage und Vermögenslage als gut ein. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Zum 31. Dezember 2023 sind die Gebäude voll vermietet.

3 Chancen- und Risikobericht

3.1  Risikobericht

Wertänderungsrisiken
Die F81 GmbH & Co. KG ist ausschließlich in München investiert.
Wertänderungsrisiken bestehen insbesondere dann, wenn Neuvermietungen anstehen. Das Objekt ist zum 31.12.2023 vollvermietet.
Finanzierungsrisiken
Die F81 GmbH & Co. KG hat eine Finanzierung über 42,9 Mio. EUR bei der Bayerischen Landesbank /​ Versicherungskammer Bayern. Die Darlehenslaufzeit und Zinsbindung endet im Jahr 2028, bis dahin trägt die Gesellschaft keine erheblichen Zinsänderungsrisiken.

Währungsrisiken
Es besteht kein Währungsrisiko, da das Investment sowie die Mieteinnahmen sowie die Refinanzierung in Euro erfolgen.

Risikomanagement
Anstehende Mieterwechsel und angestrebte Mietänderungen werden proaktiv begleitet und rechtzeitig betreut.

Risikobewertung
Das Jahr 2023 war für die deutsche Wirtschaft von erheblichen Herausforderungen geprägt. Die Kombination aus anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, hohen Zinsen, schwacher Konjunktur und steigenden Finanzierungskosten führte zu erheblichen Belastungen in mehreren Wirtschaftssektoren. Mit Blick auf 2024 bleiben zahlreiche Risiken bestehen, die das wirtschaftliche Wachstum weiterhin dämpfen könnten.

Makroökonomische Risiken
Die deutsche Wirtschaft befand sich 2023 in einer technischen Rezession mit einem Rückgang des BIP um 0,3 %. Für 2024 erwarten Wirtschaftsexperten nur ein geringes Wachstum, was auf strukturelle Probleme und eine schwache globale Nachfrage zurückzuführen ist.
Die Inflation ging im Jahresverlauf 2023 zurück, bleibt aber mit durchschnittlich 5,9 % auf einem erhöhten Niveau, was Konsum und Investitionen weiter bremst.
Der private Konsum stagnierte 2023, da Verbraucher angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten eine höhere Sparquote bevorzugten. Eine nachhaltige Erholung ist 2024 ungewiss.

Zins- und Finanzierungsrisiken
Die restriktive Geldpolitik der EZB führte 2023 zu höheren Finanzierungskosten, die sich insbesondere auf den Immobiliensektor und Unternehmensinvestitionen negativ auswirkten.
Die Fremdkapitalkosten blieben hoch, was Investitionen in Immobilien und Unternehmen weiter erschwerte.
Auch 2024 werden steigende Kreditkosten voraussichtlich eine zentrale Herausforderung für Investoren und Unternehmen bleiben.

Investment- und Immobilienrisiken
Der deutsche Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien brach 2023 um mehr als 50 % ein. Besonders betroffen waren Büroimmobilien, deren Nachfrage durch den anhaltenden Trend zu hybriden Arbeitsmodellen zusätzlich geschwächt wurde.
In München fiel der Büroflächenumsatz auf den niedrigsten Wert seit über 25 Jahren, begleitet von einem Anstieg der Leerstandsquote auf 6,9 %.
Spitzenmieten stiegen zwar weiter, allerdings konzentrierte sich die Nachfrage auf hochwertige Flächen in zentralen Lagen.
2024 bleibt das Risiko hoher Leerstände in peripheren Lagen bestehen, während erstklassige Flächen weiterhin gefragt sein dürften.

Politische und regulatorische Risiken
Die Auflösung der Regierungskoalition Ende 2023 und die Ankündigung von Neuwahlen im Februar 2025 führten zu erheblichen Unsicherheiten, insbesondere für Unternehmen und Investoren.
Verzögerungen bei wirtschaftspolitischen Entscheidungen könnten Investitionen weiter bremsen.
Die EU-weiten Bemühungen zur Regulierung des Immobiliensektors, insbesondere hinsichtlich ESG-Kriterien, stellen für Bestandshalter und Projektentwickler eine zusätzliche Herausforderung dar.

Geopolitische Risiken
Die geopolitische Lage bleibt angespannt. Der Ukraine-Krieg und globale Handelskonflikte könnten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschlechtern.
Die Abhängigkeit von chinesischen Importen und die schwache Nachfrage aus China könnten die deutsche Exportwirtschaft auch 2024 beeinträchtigen.

Fazit
Die wirtschaftlichen Risiken bleiben 2024 hoch. Während sich einige Faktoren, wie die Inflation, möglicherweise abschwächen, bleiben strukturelle Herausforderungen bestehen. Insbesondere im Investment- und Büroimmobilienmarkt könnten steigende Leerstände und zurückhaltende Investitionen das Wachstum belasten. Gleichzeitig sind politische Unsicherheiten ein erhebliches Risiko für Investitionen und wirtschaftliche Stabilität. Unternehmen und Investoren sollten sich auf anhaltende Marktvolatilität und eine vorsichtige Investitionsstrategie einstellen.

Auf Seiten der mit der Bayerischen Landesbank /​ Versicherungskammer Bayern abgeschlossenen Finanzierung sind aktuell keine Risiken erkennbar: Der vertraglich vorgegebene LTV wird laufend erfüllt und beinhaltet einen gewissen Puffer für eventuelle Wertminderungen.

3.2 Chancenbericht

Als Chancen versteht die F81 GmbH & Co. KG mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer positiven Abweichung von den Prognosen führen können. Die folgenden Chancen werden als wesentlich eingestuft, die einen positiven Einfluss auf die Fondsperformance haben können:
Wertsteigerung
Im Rahmen einer aktiven Mieterbetreuung ergeben sich regelmäßig Miet- /​ Wertsteigerungspotentiale.

Dispositionschance
Die allgemeine Entwicklung auf dem Münchner Immobilienmarkt hat dazu geführt, dass der Grundstückswert sich seit Ankauf positiv entwickelt hat.

Marktpreischance
Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten bieten sich 2024 Chancen für langfristig orientierte Investoren, insbesondere bei hochwertigen Büro- und Wohnimmobilien in zentralen Lagen wie der unseren. Aufgrund gestiegener Finanzierungskosten und sinkender Nachfrage könnten allerdings die Kaufpreise weiter unter Druck geraten. Gleichzeitig könnten sich stabilisierte Zinsen und eine allmähliche wirtschaftliche Erholung positiv auf die Marktdynamik auswirken und gegenläufig wirken.

4. Prognosebericht

Für das laufende Geschäftsjahr 2024 rechnen wir aufgrund der langfristigen und verlässlichen Vermietung mit keinen wesentlichen Änderungen.

 

München, den 29.09.2024

Die Geschäftsführung der F81 GmbH & Co. KG,

vertreten durch die Komplementärin: F81 Verwaltungs GmbH gezeichnet Dipl.-Ing. MBA INSEAD Hans Hammer,, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 44.050.604,88 44.842.025,88
I. Sachanlagen 44.050.604,88 44.842.025,88
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 43.999.380,88 44.842.025,88
2. technische Anlagen und Maschinen 51.224,00
B. Umlaufvermögen 10.476.115,22 11.246.012,86
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 10.430.233,21 11.202.230,25
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 348.740,14 537.714,82
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 10.081.444,98 10.660.671,54
3. sonstige Vermögensgegenstände 48,09 3.843,89
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 45.882,01 43.782,61
Aktiva 54.526.720,10 56.088.038,74

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 11.079.887,49 7.327.193,29
I. Kapitalanteile 11.079.887,49 7.327.193,29
1. Kapitalanteile Kommanditisten 11.079.887,49 7.327.193,29
II. Bilanzgewinn 0,00 0,00
B. Rückstellungen 14.700,00 66.600,00
1. sonstige Rückstellungen 14.700,00 66.600,00
C. Verbindlichkeiten 43.416.549,28 48.669.769,42
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 42.902.191,24 45.631.466,42
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 2.795.883,70 2.729.275,19
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 12.106.308,54 14.902.192,23
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 91.711,72 75.312,10
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 91.711,72 75.312,10
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 421.058,85
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 421.058,85
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 93.494,91 2.236.493,44
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 93.494,91 2.236.493,44
5. sonstige Verbindlichkeiten 329.151,41 305.438,61
davon aus Steuern 80.455,42 59.838,05
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 329.151,41 305.438,61
D. Rechnungsabgrenzungsposten 15.583,33 24.476,03
Passiva 54.526.720,10 56.088.038,74

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 – 31.12.2023
EUR
1.1.2022 – 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 5.948.366,16 5.379.579,79
2. sonstige betriebliche Erträge 792,11 200,00
3. Abschreibungen 851.884,68 842.645,00
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 851.884,68 842.645,00
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 682.893,29 879.329,89
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 430.802,83 210.979,24
davon aus verbundenen Unternehmen 430.802,83 210.565,24
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 984.371,45 1.072.541,42
7. Ergebnis nach Steuern 3.860.811,68 2.796.242,72
8. sonstige Steuern 108.117,48 110.742,19
9. Jahresüberschuss 3.752.694,20 2.685.500,53
10. Gutschrift auf Kapitalkonten 3.752.694,20 2.685.500,53
11. Bilanzgewinn /​ Bilanzverlust 0,00 0,00

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzen­den Bestimmungen für kleine Personengesellschaften aufgestellt.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: F81 GmbH & Co. KG
Firmensitz laut Registergericht: München
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: München
Register-Nr.: 91595

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnut­zung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutz­bar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

In die Herstellungskosten wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Kosten auch notwendige Gemein­ko­sten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögens­ge­genstände linear und degressiv vorgenommen.

Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt in den Fällen, in denen dies zu einer hö­heren Jahresabschreibung führt.

Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:

–  Beteiligungen zu Anschaffungskosten

–  Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten

–  Ausleihungen zum Nennwert

–  unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen zum Barwert

–  sonstige Wertpapiere zu Anschaffungskosten

Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanz­stichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.

Forderungen und Wertpapiere wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im We­sentlichen übernommen werden.

Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt.

Angaben zur Bilanz

Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit > 5 Jahre und der Sicherungsrechte

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren be­trägt  0,00 EUR (Vorjahr: 421.058,85 EUR).

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt 42.902.191,24 EUR.
Die nachfolgenden Sicherungsarten und Sicherungsformen sind mit den Verbindlichkeiten verbunden:
– Grundpfandrechte
– Abtretung von Rechten und Ansprüchen aus Miet- und Pachtverhältinissen
– Abtretung von Rechten und Ansprüchen aus Versicherungspolicen
– Abtretung von Rechten und Ansprüchen aus Verkaufsverträgen
– Bankverpfändungen

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Neben den in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten sind die folgenden Haftungsverhältnisse zu vermer­ken:

Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB Betrag
EUR
aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 10.000.000,00
  davon durch Grundschulden gesichert 10.000.000,00
Summe 10.000.000,00

Es handelt sich um die Gestellung einer Grundschuld über 10.000.000,00 Euro zur Besicherung eines Darlehens, das die FFR227 GmbH (Anschrift Sylvensteinstraße 2, 81369 München, registriert beim Handelsregister München, Abteilung B, Registernummer 143087) aufgenommen hat.

Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten und im Anhang angebenen Haftungsverhältnissen nach § 251 HGB bestehen keine sonstigen fi­nan­ziellen Verpflichtungen.

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 0,0.

Unterschrift der Geschäftsführung

29. September 2024
Ort, Datum Unterschrift

sonstige Berichtsbestandteile

Bilanzeid
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsregeln der Jahresabschluss der F81 GmbH & Co. KG ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der F81 GmbH & Co. KG vermittelt.

München, 29.09.2024
Die Geschäftsführung der F81 GmbH & Co. KG, vertreten durch die Komplementärin:

F81 Verwaltungs GmbH vertreten durch deren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hans Hammer, MBA INSEAD
Lageberichtseid
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
nach § 289 Abs. 1 Satz 3 HGB

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt wird und dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

München, 29.09.2024
Die Geschäftsführung der F81 GmbH & Co. KG, vertreten durch die Komplementärin:

F81 Verwaltungs GmbH vertreten durch deren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hans Hammer, MBA INSEAD

Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 02.10.2024 festgestellt.

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