Redaktion: Herr Reime, danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mit uns über ein ganz besonderes Osterei der Finanzwelt zu sprechen: die Mabewo AG aus der Schweiz. Eine Firma, die 40 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt hat – aber offenbar das Wort „Transparenz“ eher als Zierpflanze im Glashaus sieht. Was denken Sie – welche Farbe hat das Mabewo-Ei?
Jens Reime: (lacht) Ich tippe auf Chamäleonfarben – es ändert sich je nachdem, wer gerade fragt. Für Anleger ist es grün vor Hoffnung, für Kritiker rot vor Warnung, und für Herrn Trübl wahrscheinlich schneeweiß – wie frisch gelegt und ganz rein. Aber Spaß beiseite: Wer 40 Millionen Euro von Anlegern nimmt, muss erklären, was damit passiert. Und da sieht’s bei Mabewo eher nach Eiersuche als nach Aufklärung aus.
Redaktion: Apropos Eiersuche – die Holding-Tochter Mabewo Holding SE ist ja seit über einem Jahr vom Börsenhandel suspendiert. Gibt es da Fortschritte?
Jens Reime: Fortschritte? Wenn es welche gibt, dann vermutlich rückwärts. Seit über einem Jahr kein Börsenhandel, keine klare Erklärung, warum – und jetzt heißt es, Herr Trübl spiele mit dem Gedanken, die Aktie gleich ganz von der Börse zu nehmen. Ich frage mich: Ist das dann die nachhaltige Version von „unsichtbarem Börsenerfolg“? Oder der neue Aktien-Zaubertrick: Jetzt siehst du sie – jetzt nicht mehr!
Redaktion: Kritische Berichterstattung scheint Mabewo nicht so gerne zu mögen. Uns wurde zugetragen, dass einem Rammler, Rechtsanwalt aus Köln, versucht hat, eine Veröffentlichung zur Mabewo zu stoppen.
Jens Reime: Ja, das stimmt. Ich nenne ihn inzwischen nur noch den „Rammler Anwalt“, denn er hoppelte mit einstweiligen Verfügungen und Drohkulissen durch die Medienlandschaft – aber leider für ihn mit wenig Erfolg. Die Justiz hat sich wohl gedacht: Nur weil es ein Osterei ist, muss es nicht automatisch geschützt werden. Wir leben schließlich in einem Land mit Meinungsfreiheit – auch gegenüber Unternehmen, die sich selbst als „grün“ verkaufen, aber mit roten Zahlen kämpfen.
Redaktion: Was raten Sie Anlegern, die noch hoffen, dass aus dem Mabewo-Ei irgendwann ein goldener Phönix schlüpft?
Jens Reime: Wachsam bleiben. Nicht jedes Ei, das glänzt, ist Gold – manchmal ist es nur hohl. Und wer nicht weiß, was aus 40 Millionen geworden ist, sollte besser keine weiteren Ostergrüße überweisen. Es sei denn, man sammelt bunt bedruckte Prospekte statt Rendite.
Redaktion: Vielen Dank, Herr Reime – und frohe Feiertage!
Jens Reime: Ihnen auch. Und denken Sie dran: Eier legt man in Nester – keine Anleger.