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FSU-Schütze war Sohn einer Polizistin – Waffe stammte aus dem Polizeidienst

webandi (CC0), Pixabay

Nach dem tödlichen Amoklauf an der Florida State University (FSU) wurde der mutmaßliche Schütze als Phoenix Ikner identifiziert. Der 20-jährige Student, Sohn einer erfahrenen Polizistin im Leon County Sheriff’s Office, soll am Donnerstag auf dem Campus zwei Menschen getötet und mindestens sechs weitere verletzt haben.

Laut den Behörden eröffnete Ikner gegen 11:50 Uhr das Feuer in der Nähe des Studentenzentrums der Universität in Tallahassee. Studierende flohen in Panik, während die Campus-Polizei schnell reagierte, den Täter „neutralisierte“ und ihn schwer verletzt festnahm. Er wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert.

Zugang zur Dienstwaffe der Mutter

Sheriff Walter McNeil bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass Ikner eine Waffe benutzte, die seiner Mutter gehörte – eine erfahrene Polizistin mit 18 Jahren Dienstzeit. Es werde nun ermittelt, wie genau der junge Mann an die Waffe kam und ob weitere Waffen im Spiel waren.

McNeil beschrieb Ikner als langjähriges Mitglied des Jugendbeirats der Polizeibehörde – ein Programm zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Polizei und Jugendlichen. Ikner habe an mehreren polizeilichen Trainingsprogrammen teilgenommen und sei somit eng mit der Behörde verbunden gewesen.

Ein Täter mit früheren Warnsignalen

Berichte über Ikner zeichnen ein beunruhigendes Bild. Laut dem ehemaligen Klassenkameraden Lucas Luzietti, ebenfalls Politikstudent, habe Ikner bereits 2023 in einer Politik-Vorlesung durch extreme Aussagen auffällig gewirkt. Er verbreitete unter anderem Verschwörungstheorien zur US-Wahl, äußerte rassistische Ansichten und bezeichnete Rosa Parks als „im Unrecht“.

„Ich habe damals schon gedacht, dieser Mensch sollte keinen Zugang zu Waffen haben“, sagte Luzietti gegenüber USA TODAY. Doch in Florida seien die Waffengesetze wenig streng, insbesondere im Hinblick auf sogenannte „Red Flag“-Gesetze, die Waffenbesitz bei auffälligem Verhalten beschränken könnten.

Ikner habe auch offen in der Klasse über seinen Waffenbesitz gesprochen. Persönliche Beziehungen zu anderen Studierenden habe er kaum gepflegt, aber regelmäßig mit dem Professor nach dem Unterricht gesprochen.

Reaktionen und Einordnung

Die Tat erschüttert die Universität, den Bundesstaat und darüber hinaus. Sheriff McNeil sprach von einer Tragödie aus mehreren Perspektiven – sowohl für die Opfer als auch für die Strafverfolgung. „Es ist eine Tragödie in mehr Dimensionen, als viele es sich vorstellen können“, sagte er.

FSU bestätigte, dass Ikner Politikwissenschaft studierte. Bereits in einem früheren Interview im Rahmen einer Anti-Trump-Demonstration hatte er sich abfällig über Protestierende geäußert und gemeint, dass „nur eine Rebellion“ noch etwas ändern könne.

Fazit:

Der Fall wirft einmal mehr Fragen zu Waffenzugang, Warnsignalen im Vorfeld und dem gesellschaftlichen Umgang mit Radikalisierung auf – insbesondere, wenn Täter aus dem direkten Umfeld der Strafverfolgung stammen.

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