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Kremltherapie für die deutsche Wirtschaft – Die Große Koalition entdeckt ihr russisches Herz wieder

Svetlbel (CC0), Pixabay

Die Heizkörper sind noch nicht mal richtig warm, da fließt schon wieder politisch vorgewärmtes Pipeline-Öl durch die Adern der deutschen Wirtschaftspolitik. SPD und Union – die ewige Zweckgemeinschaft aus Vergessen und Verdrängen – stehen vor ihrer großen Rückkehr zur Macht und überlegen offenbar, ob sie nicht auch gleich ein Kombiticket für Nord Stream 3 und ein lukratives Datscha-Wochenende bei Gazprom dazubuchen sollen.

„Moskau-Connection“? Nein, nein, das nennt sich „Energie-Diversifizierung“

Während Grüne-Chef Felix Banaszak panisch mit dem moralischen Zeigefinger wedelt und eine Neuauflage der deutschen Gaskumpanei mit Putin befürchtet, haben die eigentlichen Strippenzieher längst den Rechenschieber ausgepackt: Denn der deutsche Wirtschaftsboom der letzten Jahrzehnte hatte weniger mit Innovationskraft und mehr mit billigem russischem Gas zu tun.

„Nie wieder autoritäre Abhängigkeit!“ ruft Banaszak kämpferisch – und wird dabei wohl von seinem eigenen Echo ausgelacht. Denn wenn es um stabile Energiepreise und satte Unternehmensgewinne geht, werden die Prinzipien in Berlin bekanntlich so schnell über Bord geworfen, dass sie auf direktem Weg in die Ostsee plumpsen – irgendwo zwischen den Trümmern von Nord Stream 2 und den Überresten einer außenpolitischen Glaubwürdigkeit.

„Putin? Nie wieder! Außer es wird günstiger…“

Besonders aufgeschlossen für eine Renaissance der russisch-deutschen Zweckfreundschaft zeigt sich CDU-Politiker Thomas Bareiß, der sich für neue Gaslieferungen aus Russland erwärmen kann. „Wäre doch schade, die ganze schöne Infrastruktur ungenutzt rumliegen zu lassen!“, denkt sich wohl so mancher in Union und SPD – und man kann es ihnen nicht verdenken.

Denn mal ehrlich: Woher soll Deutschland denn sonst seine wirtschaftliche Stabilität beziehen?

  • Aus amerikanischem Fracking-Gas? Viel zu teuer.
  • Aus erneuerbaren Energien? Klingt gut auf Wahlplakaten, aber bitte nicht in der Realität.
  • Aus chinesischer Kohle? Hmm … kommt darauf an, wie sich die nächsten Handelsgespräche entwickeln.

Da liegt es doch auf der Hand, einfach wieder zur guten alten „Friedensgas“-Strategie zurückzukehren – jene bewährte Methode, bei der Deutschland brav bezahlt und Russland brav liefert, während alle so tun, als wäre Geopolitik nur ein lästiges Detail.

„Der Krieg ist schlimm – aber was ist mit meinen Nebenkosten?“

Natürlich gibt es die üblichen moralischen Bedenken. „Wir können doch nicht einfach wieder Gas von Putin kaufen!“, heißt es in empörten Talkshow-Diskussionen. Aber seien wir ehrlich: Wie lange hält die moralische Empörung in Deutschland, wenn die Heizkostenabrechnung ins Haus flattert?

Schon bald wird sich die öffentliche Debatte in gewohnte Bahnen lenken:

  • „Wieso sollen wir als Deutsche für diesen Krieg bezahlen?“
  • „Was ist mit unserer Wirtschaft? Müssen unsere Unternehmen darunter leiden?“
  • „Kann man nicht vielleicht doch über eine humanitäre Gaslösung nachdenken?“

Und dann geht alles ganz schnell: Ein paar diplomatische Gespräche, ein paar geschickte PR-Kampagnen, vielleicht ein symbolischer Handschlag in Genf – und schwupps, strömt das russische Gas wieder gen Westen.

Vom moralischen Weltmeister zum wirtschaftlichen Pragmatiker – Deutschlands ewige Meisterschaft

Die Grünen schlagen Alarm, die FDP murmelt etwas von „wirtschaftlicher Vernunft“, aber im Endeffekt wissen wir doch alle, worauf es hinausläuft:

Sobald es kalt wird und die Industrie jammert, ist das deutsche Gewissen genauso flexibel wie eine Pipeline aus russischem Stahl.

Fazit: Der moralische Höhenflug währt genau so lange, bis die Heizkosten steigen. Und wenn man eines aus der Geschichte lernen kann, dann das: Am Ende wird in Deutschland nicht mit Prinzipien geheizt – sondern mit dem billigsten Angebot.

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