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Gil Ofarim: Das große Schweigen ist vorbei – oder auch nicht

geralt (CC0), Pixabay

Drei Jahre, ein Lügengeständnis, ein Karriere-Desaster und eine Tagesklinik später spricht Gil Ofarim endlich über das, was wirklich zählt: sein eigenes Leid.

Denn erinnern wir uns: 2021 empörte sich halb Deutschland über den angeblich antisemitischen Vorfall in einem Leipziger Hotel. Ein empörter Sänger, ein Instagram-Video, ein Davidstern – die perfekte Empörungsstory. Bis sich herausstellte, dass es genau das war: eine Geschichte.

Nun bricht Ofarim sein Schweigen und offenbart: „Ich habe die Schuld auf mich genommen, um dem ein Ende zu setzen.“ Moment, wie jetzt? War es eine Lüge, oder war die Lüge die Lüge? Ein Kniff, den selbst erfahrene Philosophen erstmal durchdenken müssen.

Die Tragödie eines unschuldigen Opfers – Gil Ofarim

Die eigentliche Frage, um die sich in diesem Interview alles dreht, ist natürlich nicht, was Ofarim damals getan hat – sondern wie schwer er selbst unter den Folgen leidet.

„Ich konnte nicht mehr weitermachen, weder mental noch … es ging nicht mehr.“ Schlimm. Wirklich schlimm. Aber nicht für den Hotelmitarbeiter, dessen Ruf ruiniert wurde, sondern für den Star, der sich anschließend mit juristischem Beistand, einer Geldauflage und ein bisschen Social-Media-Funkstille aus der Affäre zog.

Der Prozess? Einfach zu teuer. Der Druck? Zu hoch. Die Karriere? Dahin. Wer sich nun fragt, ob sich Ofarim auch mal kurz in die Lage des Hotelangestellten versetzt hat, der jahrelang mit dieser falschen Anschuldigung leben musste – nein, darüber wurde in diesem Interview nicht gesprochen.

Lektion gelernt? Naja…

Immerhin gibt Ofarim zu, dass sein Video ein Fehler war. Konsequenz? Er will sich „öffentlich nicht mehr großartig zu irgendwelchen politischen Themen äußern.“ Nicht etwa, weil er gemerkt hat, dass ein falscher Antisemitismus-Vorwurf enormen Schaden anrichten kann – sondern weil es „ein schmaler Grat“ sei.

Aha. Es scheint also nicht darum zu gehen, was er sagt, sondern dass es unpraktisch für ihn wurde.

Rückkehr ins Rampenlicht – jetzt aber wirklich!

Und weil man von Reue alleine nicht leben kann, gibt Ofarim im April sein erstes Konzert nach dem Skandal. Denn was zählt am Ende? Das Comeback!

Vertrauen? Respekt? Ob er das wiedergewinnen kann, wisse er nicht, aber er will es versuchen. Klingt nach einem Musik-Comeback mit eingebautem Mitleidsbonus. Ob das Publikum ihm das abkauft? Die nächsten Ticketverkäufe werden es zeigen.

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