Der RWE Windpark Bedburg A44n hat 2025 deutlich weniger Strom produziert und einen spürbaren Ergebnisrückgang verbucht. Gleichzeitig investiert die Betreibergesellschaft massiv in den Ausbau des Standorts: Für die Erweiterung des Windparks sind insgesamt 82,9 Millionen Euro vorgesehen. Allein 2025 wurden bereits 31,4 Millionen Euro investiert.
Die RWE Windpark Bedburg A44n GmbH & Co. KG betreibt auf rekultiviertem Tagebaugelände an der Autobahn A44 in Bedburg bislang fünf Windenergieanlagen des Typs Nordex N149/5.X mit einer Gesamtleistung von 28 Megawatt. An der Gesellschaft hält die RWE Wind Onshore & PV Deutschland GmbH 51 Prozent, die Stadt Bedburg ist mit 49 Prozent beteiligt. Eigene Mitarbeiter beschäftigt die Gesellschaft nicht.
Stromproduktion bricht deutlich ein
Das Geschäftsjahr 2025 stand unter schwierigen Windbedingungen. Die fünf Anlagen produzierten insgesamt 59.795 Megawattstunden Strom. Im Jahr zuvor waren es noch 73.170 Megawattstunden. Damit ging die Erzeugung um rund 18 Prozent zurück. Nach Angaben der Gesellschaft lag das Windaufkommen in Deutschland 2025 deutlich unter dem Vorjahreswert und auch unter dem langjährigen Mittel.
Das machte sich unmittelbar in den Geschäftszahlen bemerkbar. Die Umsatzerlöse sanken von 5,766 Millionen Euro auf 4,925 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss verringerte sich von 3,770 Millionen Euro auf 2,569 Millionen Euro. Die Gesellschaft selbst spricht angesichts gestiegener Aufwendungen und sinkender Umsätze von einer spürbaren Abschwächung der Geschäftsentwicklung.
Auch das operative Ergebnis blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück. Geplant war für 2025 ein EBIT nach HGB von 3,920 Millionen Euro. Tatsächlich wurden lediglich 2,391 Millionen Euro erreicht. Als wesentlichen Grund nennt die Gesellschaft die geringere Stromerzeugung infolge des schwächeren Windaufkommens.
Hinzu kam eine niedrigere technische Verfügbarkeit der Anlagen. Sie sank von 97,2 Prozent im Jahr 2024 auf 92,2 Prozent im Jahr 2025. Ursache waren laut Lagebericht ausgedehnte Arbeiten an den Türmen.
82,9 Millionen Euro für Erweiterung des Windparks
Während das laufende Geschäft schwächer ausfiel, treibt die Gesellschaft den Ausbau in Bedburg voran. Im April 2025 begann der Bau des Projekts Windpark Bedburg 3 auf rekultivierten Flächen des Tagebaus Garzweiler unmittelbar neben dem bestehenden Windpark Königshovener Höhe.
Geplant sind neun weitere Nordex-Windenergieanlagen – sieben Anlagen des Typs N163/6.X und zwei des Typs N149/5.X. Zusammen sollen sie eine Leistung von 60,4 Megawatt erreichen. Die vollständige Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 82,9 Millionen Euro.
Der Ausbau ist auch in der Bilanz deutlich sichtbar. Die Bilanzsumme erhöhte sich innerhalb eines Jahres von 28,878 Millionen Euro auf 62,640 Millionen Euro. Allein die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau beliefen sich Ende 2025 auf knapp 31 Millionen Euro.
Gleichzeitig stiegen die Rücklagen von 24,490 Millionen auf 59,021 Millionen Euro. Die Gesellschaft beziffert ihre Eigenkapitalquote zum Jahresende auf 94 Prozent und bewertet ihre Liquiditätslage als gut.
Rotorblatt beschädigt – fünf Anlagen zeitweise stillgelegt
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein Ereignis nach dem Bilanzstichtag. Am 7. Januar 2026 wurde ein Rotorblatt der Windkraftanlage 2 beschädigt. Daraufhin mussten vorsorglich alle fünf bestehenden Windenergieanlagen stillgelegt werden.
Vier der Anlagen konnten nach einer Stellungnahme von Nordex und mit entsprechender Genehmigung Ende Januar wieder in Betrieb genommen werden. Die Gesellschaft prüft Erstattungsansprüche gegen Nordex beziehungsweise Ansprüche aus einer Betriebsunterbrechungsversicherung. Einen Einfluss auf das geplante EBIT 2026 erwartet sie nach eigenen Angaben nicht, rechnet aufgrund des Vorfalls allerdings mit einer geringeren Stromproduktion.
Im Jahresabschluss wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Ursache für den Rotorblattschaden zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht verlässlich festgestellt werden konnte. Die betroffene Anlage wurde 2022 installiert und war von der Gesellschaft bislang noch nicht endabgenommen worden.
Für 2026 wieder deutlich höheres Ergebnis geplant
Trotz des schwächeren Jahres 2025 blickt die Gesellschaft mit höheren Erwartungen auf 2026. Geplant ist eine Stromproduktion von rund 78.771 Megawattstunden. Das EBIT nach HGB soll auf 4,519 Millionen Euro steigen. Voraussetzung dafür ist nach den Planungsannahmen insbesondere ein normales Windjahr mit durchschnittlichem Windangebot.
Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte erteilten dem Jahresabschluss und Lagebericht einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Nach ihrer Beurteilung entspricht der Abschluss in allen wesentlichen Belangen den handelsrechtlichen Vorschriften; Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts ergaben sich bei der Prüfung nicht.