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E-Auto statt Verbrenner: Für wen sich der Umstieg wirklich lohnen kann

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Angesichts gestiegener Spritpreise denken viele Autofahrer darüber nach, vom Benziner oder Diesel auf ein Elektroauto umzusteigen. Doch ob sich ein E-Auto tatsächlich rechnet, hängt stark davon ab, wie viele Kilometer gefahren werden, wo das Fahrzeug geladen werden kann und wie hoch der Strompreis ist.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen weist deshalb darauf hin, dass nicht allein der Kaufpreis betrachtet werden sollte. Anschaffungskosten, Stromverbrauch, Wartung, Steuern und die persönlichen Fahrgewohnheiten müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

Besonders interessant für kurze und mittlere Strecken

Ein Elektroauto kann vor allem für Menschen interessant sein, die überwiegend kurze bis mittlere Strecken fahren und ihr Fahrzeug zu Hause oder am Arbeitsplatz laden können.

Moderne Elektrofahrzeuge erreichen nach Angaben der Verbraucherzentrale häufig Reichweiten von mehr als 400 Kilometern. Damit sind sie längst nicht mehr ausschließlich für den Stadtverkehr geeignet.

Entscheidend bleibt allerdings das eigene Fahrprofil. Wer täglich beispielsweise nur 30 oder 50 Kilometer zurücklegt und das Auto nachts zu Hause laden kann, hat andere Voraussetzungen als jemand, der regelmäßig mehrere hundert Kilometer auf der Autobahn fährt und ausschließlich öffentliche Ladesäulen nutzen muss.

Kaufpreis allein sagt wenig über die tatsächlichen Kosten

Elektroautos sind in der Anschaffung derzeit häufig noch teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Dafür können die laufenden Kosten geringer ausfallen. Elektrofahrzeuge haben weniger verschleißanfällige Teile im Antrieb und können deshalb bei Wartung und Reparaturen Vorteile bieten. Hinzu kommen mögliche steuerliche Vergünstigungen.

Ob sich der höhere Kaufpreis tatsächlich ausgleicht, hängt jedoch vom einzelnen Fahrzeug, der jährlichen Fahrleistung, den Stromkosten und der Nutzungsdauer ab.

Deshalb sollte vor dem Kauf nicht nur der Preis im Autohaus verglichen werden. Wichtiger sind die Gesamtkosten über mehrere Jahre.

Zu Hause laden kann den entscheidenden Unterschied machen

Besonders günstig kann ein Elektroauto betrieben werden, wenn es überwiegend mit preiswertem Haushaltsstrom geladen werden kann.

Noch interessanter kann die Rechnung für Hausbesitzer mit eigener Photovoltaikanlage werden. Kann ein Teil des selbst erzeugten Solarstroms zum Laden des Fahrzeugs genutzt werden, können die Energiekosten pro gefahrenem Kilometer deutlich sinken.

Wer dagegen fast ausschließlich auf öffentliche Schnellladesäulen angewiesen ist, sollte deren Preise genau berücksichtigen. Der Kostenvorteil gegenüber Benzin oder Diesel kann dadurch geringer werden.

Wallbox statt normaler Steckdose

Für regelmäßiges Laden zu Hause empfiehlt die Verbraucherzentrale eine Wallbox.

Sie wird an einen entsprechend geeigneten Stromanschluss angeschlossen und ermöglicht ein schnelleres und sichereres Laden des Fahrzeugs.

Von einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose als dauerhafter Lademöglichkeit wird abgeraten. Sie ist nicht für eine regelmäßige hohe Dauerbelastung beim Laden eines Elektroautos ausgelegt.

Wer ein E-Auto kaufen möchte, sollte deshalb bereits vorher klären, ob am eigenen Stellplatz eine Wallbox installiert werden kann und welche zusätzlichen Kosten dafür entstehen.

Auch Gebrauchtwagen werden interessanter

Nicht jeder Interessent muss ein neues Elektroauto kaufen. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale entwickelt sich auch der Gebrauchtwagenmarkt weiter.

Bei einem gebrauchten E-Auto sollte besonders auf den Zustand der Batterie geachtet werden. Sie gehört zu den teuersten Bauteilen des Fahrzeugs und beeinflusst unmittelbar die noch verfügbare Reichweite.

Auch Garantien für den Akku, tatsächliche Reichweite, Ladegeschwindigkeit und vorhandene Ladetechnik sollten vor dem Kauf geprüft werden.

Für wen kann sich ein E-Auto besonders lohnen?

Gute Voraussetzungen bestehen vor allem dann, wenn das Auto regelmäßig genutzt wird, überwiegend kurze oder mittlere Strecken gefahren werden und eine günstige Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz vorhanden ist.

Weniger eindeutig ist die Rechnung, wenn das Fahrzeug nur selten genutzt wird, der Anschaffungspreis deutlich höher ausfällt oder dauerhaft teurer öffentlicher Ladestrom benötigt wird.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt deshalb, die Entscheidung nicht allein von hohen Benzin- und Dieselpreisen abhängig zu machen.

Kostenloses Online-Seminar am 29. September

Wer noch unsicher ist, kann sich in einem kostenlosen Online-Seminar der Verbraucherzentrale Niedersachsen informieren. Es findet am Dienstag, 29. September 2026, von 17 bis 18.15 Uhr statt.

Erklärt werden unter anderem geeignete Fahrprofile, wichtige technische Kennzahlen, Batterie und Reichweite sowie die verschiedenen Möglichkeiten zum Laden.

Die wichtigste Empfehlung der Verbraucherzentrale lautet: Ein Elektroauto kann sich lohnen – aber nicht automatisch für jeden. Wer vor dem Kauf seine tatsächlichen Fahrstrecken, Ladepreise und Gesamtkosten berechnet, kann wesentlich besser beurteilen, ob der Umstieg finanziell und praktisch sinnvoll ist.

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