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Wiesngrippe zum Oktoberfest: Was die Grippeimpfung wirklich bringt

KitzD66 (CC0), Pixabay

Am 19. September 2026 beginnt das Münchner Oktoberfest – und damit steigt bei vielen Besuchern wieder die Sorge vor der sogenannten „Wiesngrippe“. Wer sich Anfang September noch gegen Grippe impfen lässt, kann zum Wiesn-Start bereits einen Schutz gegen Influenza aufgebaut haben. Einen Rundumschutz vor dem typischen Kranksein nach dem Oktoberfest bietet die Impfung allerdings nicht.

Der Grund ist einfach: Die „Wiesngrippe“ ist keine eigene Krankheit.

Was hinter der „Wiesngrippe“ steckt

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber und Erschöpfung nach einem Oktoberfestbesuch werden umgangssprachlich gerne als Wiesngrippe bezeichnet.

Tatsächlich können dahinter ganz unterschiedliche Atemwegsviren stecken – darunter Influenza-, Rhino- und Adenoviren sowie SARS-CoV-2 und RSV. Eine Influenza-Impfung schützt daher nur gegen einen Teil der möglichen Erreger.

Die Bedingungen auf dem Oktoberfest können Infektionen zusätzlich begünstigen: Tausende Menschen kommen auf engem Raum zusammen, in den Festzelten wird gesungen und gefeiert. Schlafmangel und hoher Alkoholkonsum können den Körper zusätzlich belasten.

Impfung kurz vor der Wiesn – reicht die Zeit?

Wer sich noch Anfang September gegen Influenza impfen lässt, ist nicht automatisch zu spät dran.

Nach einer Grippeimpfung dauert es ungefähr zehn bis 14 Tage, bis sich der vollständige Impfschutz aufgebaut hat. Die Schutzwirkung entwickelt sich allerdings schrittweise bereits vorher.

Wer möglichst zum Oktoberfestbeginn geschützt sein möchte, sollte die Impfung deshalb nicht bis unmittelbar vor dem ersten Wiesnbesuch aufschieben.

Neuer Impfstoff für die Saison 2026/2027 verfügbar

Seit Ende August steht der Influenza-Impfstoff für die Grippesaison 2026/2027 zur Verfügung.

Dass jedes Jahr ein neuer beziehungsweise angepasster Impfstoff benötigt wird, hängt mit der Veränderung der Influenzaviren zusammen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt jeweils ab, welche Virusvarianten in der kommenden Saison voraussichtlich eine wichtige Rolle spielen. Daran wird die Zusammensetzung der Impfstoffe angepasst.

Aber schützt die Impfung überhaupt vor der Wiesngrippe?

Nur teilweise.

Eine Influenza-Impfung kann vor der echten Virusgrippe schützen beziehungsweise das Risiko schwerer Krankheitsverläufe reduzieren. Gegen gewöhnliche Erkältungsviren bietet sie dagegen keinen Schutz.

Auch ein gegen Influenza geimpfter Oktoberfestbesucher kann deshalb wenige Tage nach dem Fest mit Schnupfen und Halsschmerzen im Bett liegen.

Gegen einige weitere Atemwegserkrankungen stehen ebenfalls Impfungen zur Verfügung, darunter COVID-19 und RSV. Welche Impfungen empfohlen werden, hängt unter anderem von Alter und individuellen Risikofaktoren ab.

Früh impfen oder besser bis Oktober warten?

Hier ergibt sich für Oktoberfestbesucher ein interessantes Dilemma.

Wer sich bereits Anfang September impfen lässt, kann während der Wiesn früher einen Schutz gegen Influenza besitzen. Für die klassische Grippesaison im Winter kann ein späterer Impftermin dagegen Vorteile haben, weil der Impfschutz im Laufe der Monate nachlassen kann.

Der im Bericht zitierte Infektiologe Christoph Spinner nennt für einen möglichst optimalen Schutz über den Winter Ende Oktober oder Anfang November als günstigeren Zeitraum. Gleichzeitig betrachtet er den Herbst grundsätzlich als geeigneten Zeitpunkt, den eigenen Impfschutz überprüfen zu lassen.

Fazit: Impfung ja – aber keine „Wiesngrippe-Impfung“

Eine spezielle Impfung gegen die Wiesngrippe gibt es nicht. Der Begriff beschreibt vielmehr verschiedene Infektionen und Beschwerden, die nach einem Oktoberfestbesuch auftreten können.

Eine rechtzeitig verabreichte Grippeimpfung kann das Risiko einer Influenza reduzieren, schützt aber nicht vor sämtlichen Erkältungs- und Atemwegsviren, die auf der Wiesn zirkulieren können.

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