Gute Nachrichten für alle, die beim Einkaufen, Tanken oder Bezahlen ihrer Rechnungen gelegentlich den Eindruck haben, dass Geld inzwischen eine erstaunliche Fähigkeit zum Verschwinden entwickelt hat: Die Inflation ist im August 2026 nur leicht gestiegen.
Voraussichtlich 2,9 Prozent beträgt die Teuerungsrate in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Juli waren es noch 2,8 Prozent. Gegenüber Juli stiegen die Verbraucherpreise im August um weitere 0,2 Prozent.
Also alles halb so wild.
Jedenfalls solange man die Preise nicht bezahlen muss.
Energie nur 10,5 Prozent teurer – da kann man ja fast von Entspannung sprechen
Besonders erfreulich präsentiert sich wieder einmal die Energie.
Die Energiepreise lagen im August voraussichtlich 10,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Juli hatte der Anstieg noch 8,3 Prozent betragen, im Juni gerade einmal 3,4 Prozent.
Mit anderen Worten: Die Richtung stimmt.
Nur leider nach oben.
Die Auswirkungen der Konflikte im Nahen Osten haben die Energiemärkte erheblich belastet. Schon bei den Importpreisen für Juli zeigte sich das deutlich: Importierte Energie war 26,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Mineralölerzeugnisse verteuerten sich sogar um 47,5 Prozent.
Wer also beim Tanken derzeit etwas länger auf die Preistafel schaut, tut das vermutlich nicht aus Bewunderung für die Typografie.
Lebensmittel nahezu stabil – endlich eine Erfolgsmeldung
Immerhin gibt es einen Bereich, in dem Verbraucher tatsächlich aufatmen können.
Die Lebensmittelpreise lagen im August lediglich 0,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Das ist beinahe schon verdächtig unspektakulär.
Nachdem sich Verbraucher in den vergangenen Jahren daran gewöhnen durften, beim Supermarktbesuch gelegentlich darüber nachzudenken, ob Butter inzwischen als Wertanlage durchgeht, ist eine Preissteigerung von 0,1 Prozent fast schon eine kleine Sensation.
Kerninflation bei 2,4 Prozent
Wer jetzt glaubt, die gesamte Inflation bestehe ausschließlich aus teurer Energie, wird allerdings enttäuscht.
Auch ohne Energie und Lebensmittel liegt die sogenannte Kerninflation bei voraussichtlich 2,4 Prozent.
Dienstleistungen verteuerten sich gegenüber August 2025 um 2,8 Prozent, Waren insgesamt um 3,0 Prozent.
Das Preisproblem lässt sich also leider nicht vollständig dadurch lösen, dass man das Auto stehen lässt und beim Abendessen das Licht ausschaltet.
Aber immerhin: Es sind keine drei Prozent
Psychologisch gibt es dennoch Grund zur Freude.
Die Inflationsrate beträgt 2,9 Prozent.
Nicht drei.
Diese fehlenden 0,1 Prozentpunkte sind zwar beim Bezahlen vermutlich schwer zu entdecken, sehen in einer Überschrift aber deutlich freundlicher aus.
Und so wird aus einer Inflationsrate von 2,9 Prozent eben ein „leichter Anstieg“.
Der Geldbeutel dürfte diese sprachliche Feinheit allerdings nur begrenzt würdigen.
Die endgültigen Zahlen kommen im September
Noch handelt es sich um vorläufige Daten des Statistischen Bundesamtes. Die endgültigen Ergebnisse für August sollen am 10. September 2026 veröffentlicht werden.
Bis dahin dürfen Verbraucher also hoffen, dass sich an den Zahlen noch etwas ändert.
Und falls nicht, bleibt zumindest eine beruhigende Erkenntnis:
Die Inflation ist nur leicht gestiegen. Die Preise leider trotzdem.